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EU zur Hypo-Bank: Planlos seit Beginn Kärnten: Eine Regierung unter Verdacht Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Wirtschaft Nächster Artikel EU zur Hypo-Bank: Planlos seit Beginn Kärnten: Eine Regierung unter Verdacht
Zuletzt aktualisiert: 19.02.2008 um 07:54 Uhr

Braucht BayernLB Finanzspritze?

Der Milliarden-Verlust bei der BayernLB dürfte eine Kapitalerhöhung nötig machen, aber keine Auswirkungen auf die Kärntner Hypo-Tochter haben. Indes gerät Bayerns Finanzminister Huber schwer unter Druck.

Seit Tagen geistern Spekulationen durch die Blätter: Wie viel hat die Bayerische Landesbank (BayernLB) und Mutter der Kärntner Hypo Alpe Adria tatsächlich durch die US-Hypothekenkrise verloren? Und: Müssen die Eigentümer nun frisches Geld zuschießen?

Nun ist es raus: Die zweitgrößte deutsche Landesbank wird in der Bilanz Belastungen von 1,9 Milliarden Euro ausweisen müssen und hat vermutlich auch eine Kapitalerhöhung nötig. Gestern hieß aus Bankenkreisen, der Freistaat und die bayerischen Sparkassen müssten als Eigentümer der BayernLB je 325 Millionen Euro übermitteln.

Hypo nicht betroffen. Zwar trifft die Maläse eine starke Bank: Die BayernLB wies noch per Halbjahr 2007 eine Bilanzsumme von 383 Milliarden Euro aus und verfügte zu ebendiesem Zeitpunkt über Eigenmittel von 17,8 Milliarden Euro. Sprecher Matthias Lücke übt sich in Kalmierung: "Wir werden per Ende März ein operatives Ergebnis von einer Milliarde Euro vorlegen und unsere vorgesehene Dividende von sieben Prozent ausschütten." Die Kärntner Tochter Hypo Alpe Adria, für die die BayernLB voriges Jahr 1,6 Milliarden Euro auf den Tisch legte, sei nicht betroffen.

Krisensitzung. Dennoch hat der Verwaltungsrat für Dienstag eine Krisensitzung anberaumt. Nicht nur der Sessel von Vorstandsvorsitzendem Werner Schmidt, der in einem Konzern-Bericht gerade noch seine "umfassende Erfahrung auf den internationalen Finanzmärkten" und die "steigende Profitabilität" der Bank lobte, wackelt. Ihm wird vorgeworfen, die Zahlen über die Belastung in der Finanzkrise zu früh veröffentlicht zu haben.

Finanzminister unter Druck. Genau deswegen gerät nun auch Bayerns Finanzminister Erwin Huber unter Druck. Der CSU-Vorsitzende, der auch im Aufsichtsrat der Bank sitzt, hatte noch am vergangenen Dienstag vor dem Haushaltsausschuss des Landtags erklärt, die BayernLB könne ihre Belastungen aus der Kreditkrise nicht beziffern. Nur kurze Zeit später gab Schmidt dann die Zahlen bekannt.

Rücktritt gefordert. Seither ist Huber in einer ähnlichen Bredouille wie ehedem Kärntens Landeshauptmann Haider, als die Swap-Affäre bei der Hypo bekannt wurde. Die Opposition fordert Hubers Rücktritt. Es heißt, er habe entweder von den Milliarden-Abschreibungen gewusst und sich geweigert, sie zu nennen. Oder aber, er sei ahnungslos gewesen und damit ein "ungeeigneter Kontrolleur" der Bank. In beiden Fällen solle er seinen Hut nehmen.

EVA GABRIEL

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