Textilien erzeugen Strom mit Nanotechnik
Etwa ein Quadratmeter Stoff würde genug Strom für ein Handy erzeugen.

Foto © ReutersDie neueste Entwicklung in der Nanotechnologie
US-Wissenschafter haben ein nanotechnisches
Verfahren entwickelt, das im Wortsinn zu elektrisierender Kleidung
verhelfen kann. Schon der Herzschlag des Trägers, Schritte oder ein
leichter Wind reichten aus, um winzige, an textilen Mikrofasern
angebrachte Nanodrähtchen zu bewegen und aus deren Verformung Strom
zu gewinnen, schreiben die Forscher in der jüngsten Ausgabe des
britischen Fachjournals "Nature" (Bd. 451, S. 809).
Mechanische Energie.
Zhong Lin Wang und Kollegen vom Georgia Institute of Technology in
Atlanta (US-Staat Georgia) ließen dazu Zinkoxid-Nanodrähte
sternförmig an Textilfasern wachsen und verarbeiteten diese Fasern
dann zu Garn. "Indem zwei Fasern sich verhaken und die Nanodrähte
bewegen, wird mechanische Energie mittels eines piezo-elektrischen
Halbleiter-Prozesses in Elektrizität umgewandelt", erläutern die
Forscher. Der bereits Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte Piezoeffekt
beschreibt die Eigenschaft mancher Kristalle, bei Verformungen eine
elektrische Spannung zu erzeugen. Das wird heute in zahlreichen
Geräten ausgenutzt, darunter Tintenstrahldrucker, Quarzuhren und
elektrische Feuerzeuge.
Strom für ein Handy.
Etwa ein Quadratmeter ihres Stoffs würde ausreichen, um bis zu 80
Milliwatt Strom zu erzeugen - genügend für elektronische Kleingeräte
wie Handys oder auch kleine militärische Sensoren, berichten die
Wissenschafter. Das Verfahren sei so robust, dass die damit
ausgerüsteten Stoffe hochbeweglich, faltbar und - etwa als
"Power-Shirt" - tragbar seien. Aber auch etwa bei Zeltleinwänden
könne die Technik zum Einsatz kommen.















