Schoko-Industrie: Saures vom Kartellamt
Teure Schokolade: Milka, Mars und Ritter-Sport sollen sich bei Preiserhöhungen abgesprochen haben. Kartellamt ermittelt auch gegen Haribo.

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Auf die Schokoladehersteller kommen möglicherweise bittere Zeiten zu: Das deutsche Kartellamt hat ein Verfahren wegen illegaler Preisabsprachen eingeleitet und insgesamt sieben Unternehmen unter die Lupe genommen. Betroffen sind der Süßwarenriese Ferrero, Kraft Foods, Nestle, das Familienunternehmen Ritter und der Riegel-Anbieter Mars, die alle die Untersuchung bestätigt haben.
Untersuchungen laufen. Weitere Hersteller erhielten Briefe, dass Marktuntersuchungen liefen. Auch gegen den Fruchtgummi-Hersteller Haribo ist ein Verfahren wegen des Verdachts auf illegale Preisabsprachen eingeleitet worden. Der Marketingleiter von Haribo, Andreas Nickenig, bestätigte, dass die Zentrale des Unternehmens in Bonn durchsucht worden sei. Bei Haribo habe es bisher aber keine Preiserhöhungen gegeben, es seien im Jänner nur leichte Anhebungen bis maximal 3,5 Prozent zum 1. Mai diesen Jahres angekündigt worden.
Bitterer Beigeschmack. Die Unternehmen begründen ihre Preiserhöhungen zum Jahresbeginn mit den gestiegenen Rohstoffpreisen. Vor allem Magermilchpulver, aber auch Kakao und Öl seien 2007 teurer geworden, sagte eine Sprecherin von Kraft Foods. Die Preiserhöhungen seien notwendig gewesen, um profitabel zu bleiben.
Konkrete Hinweise. Beim deutschen Kartellamt sieht man die Sache nicht ganz so einfach. Es gebe konkrete Hinweise, dass die betroffenen Unternehmen sich über Preiserhöhungen abgesprochen hätten, so eine Sprecherin der Wettbewerbsbehörde.
Who is who. Die Liste der untersuchten Unternehmen liest sich für Naschkatzen wie ein "Who is who" der Süßwarenindustrie: Ferrero produziert unter anderen die Marken Mon Cheri, Duplo oder Überraschungseier, Kraft Foods steckt nicht nur hinter allem, was lila ist, sondern auch hinter Toblerone, Mars produziert auch Snickers, Bounty, Balisto oder Milky Way, und Nestle stellt nicht nur Smarties sondern auch After Eight, Nesquik oder Kitkat her.Features
Strafen
Sollte sich der Verdacht auf Absprachen bestätigten, drohen den betroffenen Firmen laut Kartellamt hohe Strafen. Die Strafe richtet sich nach Schwere und Dauer des Verstoßes und beträgt maximal zehn Prozent des Jahreskonzernumsatzes.














