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Zuletzt aktualisiert: 07.02.2008 um 12:49 Uhr

Motorsägen-Simulator soll Waldarbeit sicherer machen

Forschungsinstitut der FH Joanneum entwickelte Prototyp, der das "Trockentraining" mit einer realen Kettensäge im virtuellen Raum ermöglicht. Die Windwurf-Aufarbeitung wird jedoch erst in einigen Jahren trainierbar.

Entwickelter  Motorsägen-Simulator,  der das Training mit einer realen Kettensäge im virtuellen Raum ermoeglicht

Foto © APAEntwickelter Motorsägen-Simulator, der das Training mit einer realen Kettensäge im virtuellen Raum ermoeglicht

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass bei den Aufräumarbeiten nach Sturm "Paula" ein Forstarbeiter verletzt oder gar getötet wird. Die Gefahren und Techniken der Waldarbeit kann man nun auch abseits der Natur kennenlernen: Das Forschungsinstitut "ZML - Innovative Lernszenarien" an der Fachhochschule Joanneum in Graz hat einen Motorsägen-Simulator entwickelt, der das "Trockentraining" mit einer realen Kettensäge im virtuellen Raum ermöglicht.

Schlechte Schulung. Schlechte Schulung vieler Besitzer und Nebenerwerbslandwirte, die momentan mit der Aufarbeitung der Sturmschäden beschäftigt sind, ist der Hauptgrund für Unfälle in der Forstwirtschaft. Dem entgegen wirken will das Motorsägen-Projekt an der FH Joanneum, auch wenn seine Realisierung für die aktuelle Problemlage zu spät kommt: Gemeinsam mit dem oberösterreichischen Forstlichen Ausbildungszentrum Ort in der Stadtgemeinde Gmunden wurde in rund eineinhalb Jahren Forschungsarbeit der Prototyp eines Simulators entwickelt, der nun in praktische Erprobung gehen soll.

Virtueller Raum. "Konkret kann der Auszubildende mit einer Computersimulation den Umgang mit der Kettensäge erlernen", erklärte Projektleiter Heimo Sandtner im Gespräch mit der APA. Dazu werde direkt am Rechner eine reale Säge mit eingebautem Sensor angeschlossen. Ein wirklicher Baumstamm, der bereits geschnitten und mit Federn präpariert ist, dient als Schnittmodell, um auch echten Widerstand beim Ansetzen der Säge zu erzeugen. Im virtuellen Raum in 3D, der dem Auszubildenden mit einer Brille vorgeführt wird, erfolgt schließlich der Schnitt. Dabei kann man den Baum im individuellen Grad "anschneiden" und die Konsequenzen feststellen, so Sandtner.

Prototyp. Die ersten Ausbaustufen - stehender und liegender Stamm - werden noch im Februar als Prototyp am oberösterreichischen Ausbildungszentrum für rund ein halbes Jahr getestet. Ab Oktober soll die Simulation im momentan in Bau befindlichen Waldkompetenzzentrum Schöneben (OÖ) auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Derweil wird weiterentwickelt: In zwei bis drei Jahren will man auch Windwurf-Simulationen mit Spannungen in den Baumstämmen darstellen können, erklärte der Projektleiter.

Vor zwei Jahren kein Interesse. Neben Simulationen für die Forstarbeit arbeitet das ZML auch an ähnlichen Arbeitsablauf-Projekten für Schweißtechnik oder im medizinischen Bereich. Seitens des Landes Steiermark habe man sich vor rund zwei Jahren, als Sandtner sich mit dem Motorsägen-Projekt vorstellte, wenig interessiert. Daher arbeite man nun mit den Oberösterreichern zusammen. Der Projektleiter wolle aber nun nach der Sturmkatastrophe erneut Kontakt zum Land Steiermark herstellen.


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