Bochumer Nokia-Beschäftigte erhalten mindestens 10.000 Euro
Zwei Monate vor der Schließung des Bochumer Nokia-Werks haben Arbeitnehmervertreter die Beschäftigten über die Details des ausgehandelten Sozialplans informiert.

Foto © AP Nokia-Beschäftigte bekommen Abfertigung
Demnach beträgt
die höchste mögliche Abfindung 220.000 Euro plus Sozialzuschläge, wie
Betriebsrat und IG Metall am Freitag in Dortmund mitteilten. Niemand
werde weniger als 10.000 Euro erhalten. Betriebsrat und Unternehmen
hatten sich Anfang April auf einen Interessensausgleich geeinigt, der
Abfindungen und Transferhilfen von 200 Mio. Euro umfasst.
Am 30. Juni geschlossen. Das Bochumer Nokia-Werk soll zum 30. Juni geschlossen werden.
Insgesamt wird es den Angaben zufolge 1.838 Kündigungen geben - die
ersten würden mit der Schließung wirksam, die letzten spätestens Ende
des Jahres. Alle gekündigten Mitarbeiter können nach Ablauf ihrer
Kündigungsfrist für bis zu zwölf Monate in eine Transfergesellschaft
wechseln, die sie bei der Suche nach neuer Arbeit unterstützt.
Abfindungen. Die Abfindungen für die Mitarbeiter sind abhängig von der Zeit der
Betriebszugehörigkeit, dem Lebensalter und dem monatlichen
Tarifgehalt. Vereinbart wurden zudem verschiedene Sozialzuschläge.
Laut einer Beispielrechnung gibt es demnach für eine 42-jährige
Fachkraft, die 13 Jahren zum Betrieb gehörte, einen Abfindungsbetrag
in Höhe von etwa 83.000 Euro. Für die Auszubildenden sei auch die
Fortführung ihrer Ausbildung in einem anderen Betrieb gesichert, hieß
es.
Weiterhin Skandal. Die Bevollmächtigte der IG Metall in Bochum, Ulrike Kleinebrahm,
sagte, es sei weiterhin ein Skandal, einen profitablen Standort zu
schließen. Kein Sozialplan könne den Verlust des Arbeitsplatzes
auffangen. "Abfindungen mildern allenfalls die finanziellen Folgen."
Man habe nur mit dem Druck der Belegschaft und der breiten
öffentlichen Solidarität gegenüber Nokia die erreichten
Sozialplanleistungen durchsetzen können.
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Nokia hatte Mitte Januar die Schließung des Bochumer Werkes zur Jahresmitte bekanntgegeben und damit einen Proteststurm ausgelöst. Nokia will die Handy-Produktion aus Bochum abziehen, der Großteil soll in ein neues Werk nach Rumänien gehen.
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