Forbes rät Österreich zu einheitlichem Steuersatz
Der amerikanische Medien-Tycoon gilt als Verfechter der sogenannten Flat Tax und machte dies zuletzt in Wien deutlich.

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Der amerikanische Medien-Tycoon Steve Forbes,
Herausgeber des "Forbes Magazine", empfiehlt Österreich die
Einführung der sogenannten Flat Tax, eines einheitlichen Steuersatzes
für die Besteuerung von Unternehmen und Einkommen. Österreich könne
sich ein Beispiel an Irland nehmen, wo die Unternehmensgewinne mit
nur 12,5 Prozent besteuert würden, halb so viel wie in Österreich,
sagte Forbes heute, Dienstag, beim Wiener Wirtschaftskongress
com.sult, der heuer zum fünften Mal stattfindet.
"Fehler" der Regierung. Den Vorschlag von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und
Vizekanzler Wilhelm Molterer, die sich gestern für die Einführung
einer Finanztransaktionssteuer auf EU-Ebene ausgesprochen hatten,
hält Forbes für einen Fehler. "Ich bin prinzipiell immer gegen die
Einführung neuer Steuern", sagte Forbes am Rande der Veranstaltung
zur APA. Zusätzliche steuerliche Belastungen würden stets zu einer
Abschwächung der Wirtschaftstätigkeit führen. Forbes ist ein
prominenter Verfechter der Flat Tax und Autor des Buches "Flat Tax
Revolution: Using a Postcard to Abolish the IRS".
Für EU-Erweiterung. Die Erweiterung der Europäischen Union um die Staaten Mittel- und
Osteuropas sei "eines der besten Dinge, die Europa passieren
konnten", sagte Forbes. Die Steuersenkungen in diesen Ländern,
namentlich der baltischen Staaten, der Slowakei und zuletzt Bulgarien
- hätten Österreich gezwungen, seine Körperschaftssteuer von 34 auf
25 Prozent zu senken. Dass die EU-Mitgliedschaft eine gute Sache für
Österreich sei, betonte Bundeskanzler Gusenbauer in seiner
Begrüßungsrede: "Das war eine kluge Entscheidung der österreichischen
Bevölkerung damals, 1994." Das sehe man auch, wenn man die
wirtschaftliche Entwicklung Österreichs und der Schweiz in den
letzten 13 Jahren vergleiche. Die Österreicher seien da klüger als
die Schweizer gewesen.
Lob für Wien. Der Wirtschaftskongress com.sult steht heuer unter dem Motto "The
Vision to Succeed" und findet kurz vor dem Weltwirtschaftsforum
(World Economic Forum/WEF) im schweizerischen Davos statt, der heute
Abend eröffnet wird und bis 27. Jänner dauert. Er habe auch nicht
vor, den Schweizern das Wasser abzugraben, sagt com.sult-Initiator
David Ungar-Klein, Chef des 2003 gegründeten
Management-Beratungsunternehmens Create Connections. "Davos gibt es
seit 40 Jahren und es ist eine tolle Sache." Wien habe aber einige
entscheidende Vorteile: "Sie können von jedem Punkt der Welt nach
Wien fliegen, nach Davos nicht. Darüber hinaus sei Wien als Stadt mit
Kultur und Tradition bekannt - "das ist, warum wir heute hier sitzen
und nicht in einem Schweizer Bergdorf", so Ungarn-Klein.















