Börsen-Krise: Österreichische Pressestimmen
Auch die österreichischen Zeitungskommentatoren haben sich mit der aktuellen Lage an den internationalen Börsen auseinandergesetzt.

Foto © APEinschätzungen der heimischen Experten
"Kleine Zeitung": "Ein realer Hintergrund für das Sturmtief an den Börsen war indes nicht auszumachen. Braucht es auch nicht. Panik, weiß der Verhaltensforscher, entsteht bei echter oder auch vermeintlicher Bedrohung und ist ein Notfallprogramm, das ohne bewusste Kontrolle durch das Gehirn etwa in Flucht auswarten kann. Oder in wilde
Verkaufsaktionen. In den letzten Jahren hat zuerst Gier und Angst die Börse regiert. Langsam solle die Vernunft zum Zug kommen. Meinen Optimisten. Pessimisten sollten Börsen ohnehin meiden".
"Wirtschaftsblatt": "Das vorherrschende Thema ist die sich abzeichnende Rezession in den Vereinigten Staaten. Mit beängstigender Geschwindigkeit setzt sich die Einsicht durch, dass der Gigant USA auf tönernen Füßen steht. Was die Angelegenheit besonders problematisch macht: Herkömmliche Gegenmittel - also eine Senkung der Leitzinsen sowie ein mittelgroßes Konjunkturpaket, wie von Präsident George W. Bush am Freitag angekündigt - dürften diesmal nicht greifen".
"Der Standard": "Panikhafte Aktienverkäufe sind nicht zu empfehlen, aber Anleger sollen sich auf eine längere Durststrecke einstellen. Vor allem dürfen sie keiner Prognose zu viel Glauben schenken: Das Jahr 2008 ist selbst für erfahrene Analysten nicht abschätzbar".
"Kurier": "Absurd an diesem 'Schwarzen Montag' ist, dass es keinen realwirtschaftlichen Grund für derartige Kursabstürze auf breiter Basis gibt. Zwar wird eine Rezession in den USA immer wahrscheinlicher, aber trotzdem wäre das kein Grund zu solcher Panik, vor allem nicht in Europa. Eigentlich. Denn neben der realen Welt gibt es jene der Kapitalmärkte, deren negativer Einfluss auf die Basiswirtschaft mit nach unten zieht. Diese spekulative Welt der Kapitalmärkte hat sich länge den Gesetzen der Vernunft und der Ethik entzogen und ist bereits wesentlich größer als die Realwirtschaft".














