Wirtschaftskammer Frauen-Chefin sagt Adieu
Die Klagenfurter ÖVP-Rebellin Ursula Kuess wirft in der Wirtschaftskammer Kärnten ihren Vorsitz bei "Frau in der Wirtschaft" hin.

Foto © KKUrsula Kuess
Für Kaffeekränzchen in der Wirtschaftskammer bin ich mir zu schade. Leider ist es dort nicht so demokratisch." Mit deftigen Worten begründete gestern die Klagenfurter Hotelierin Ursula Kuess gegenüber der Kleinen Zeitung ihren Rücktritt als Vorsitzende der Organisation "Frau in der Wirtschaft" in der Wirtschaftskammer Kärnten, die sie sechs Jahre lang war.
"Frauenanteil niedrig und überaltert". Konkret warf Kuess Kammerpräsident Franz Pacher vor, dass die Vorsitzende von "Frau in der Wirtschaft" nicht von allen Unternehmerinnen gewählt wird, sonden vom Kammerpräsidenten bestellt wird. "Ich habe den Präsidenten mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass ich eine demokratisch gewählte Frauen-Organisation für wichtig halte, sowohl in der Kammer als auch im Wirtschaftsbund. In anderen Bundesländern gibt es schon lange gewählte Frauen in der Wirtschaft. Der Frauenanteil im ÖVP-Wirtschaftsbund ist niedrig und überaltert", sagte Kuess.
Protegee Pachers. Kuess galt als Liebkind Pachers. In Klagenfurt versuchte er sie über den Wirtschaftsbund auf einen Stadtratsitz zu hieven. Als die Seniorenriege der Klagenfurter ÖVP sie trotz Listenplatz 2 in den Gemeinderat abwies, trat sie als Parteirebellin aus der Klagenfurter ÖVP aus und sitzt nun mit Mario Kuttnig als "Pro Klagenfurt" im Gemeinderat.
"Tüchtige Hotelierin". "Ich habe Frau Kuess als tüchtige Hotelierin und taffe Frau kennen gelernt und sie deshalb zur Vorsitzenden von Frau in der Wirtschaft bestellt. So gesehen war sie ein Protegee von mir", sagte Pacher gestern. "Wir haben uns damals zum Ziel gesetzt, dass wir das Referat ,Frau in der Wirtschaft' in der Kammer gleich aufbauen wie das Referat ,Junge Wirtschaft', das bereits über die Bezirksausschüsse gewählt wird. Das haben wir nicht erreicht, ich werde es aber jetzt neu versuchen. Ich habe aber nicht vor, im Wirtschaftsbund eine eigene Frauengruppe abzuspalten. ,Frau in der Wirtschaft' soll eine überparteiliche Organisation sein."
Golf. Kuess will sich nun, wie sie gestern sagte, einem neuen Studium, ihrer Familie mit vier Kindern, ihrem Schlosshotel St. Georgen und dem Golfspielen widmen.














