Abgang der Alpha-Tiere - was folgt nach?
Pekarek, Sonnberger,Kulterer, die Kärnten so spektakulär wie verschieden prägten, treten von der Bühne. Was nun?
Drei starke Persönlichkeiten, drei Karrieren, drei Ausstiege: Eine Manager-Generation, die Kärnten prägte, geht von der Bühne, sucht ihre neue Aufgabe.
Rücktritt. Das Aufsehen um den Rücktritt von Klaus Pekarek als Raiffeisen-General und den Abgang von Franz Sonnberger als Kabeg-Chef, ist verständlich: Die Top-Männer geben, nach heftigem Konflikt, zwei der wichtigsten Schalthebel im Land aus der Hand. Ihre Ausstiege sind nicht vergleichbar mit dem Selbststurz von Wolfgang Kulterer, der sich mit einem Swapverlust von 328 Millionen Euro und dessen Verschweigen aus der Spitzenposition bei der Hypo gesprengt hat. Kulterer, akut von einer Anklage wegen Bilanzfälschung bedroht, gehört aber wie Sonnberger und Pekarek zu jener Elite-Truppe, die Kärnten ab den 90er Jahren entscheidend forciert hat.
Internationale Bankgruppe. Ohne Sonnberger gäbe es nicht das LKH neu, das größte Spitalsprojekt Österreichs. Ohne Pekarek wäre Raiffeisen nicht diese Macht in Kärnten. Ohne Kulterer wäre die Hypo niemals eine internationale Bankgruppe geworden. Beider Verdienst an der Entwicklung von Wörthersee, Nassfeld oder Bad Kleinkirchheim ist unübersehbar. Ein Treppenwitz dabei, dass Pekarek und Kulterer einst gemeinsam als Raiffeisen-Direktoren begonnen und sich dann entzweit haben, und dass Sonnberger ein enger Freund beider ist. Was sie nicht konnten: Zusammen etwas heben.
wettbewerb. Zu stehen Raiffeisen und Hypo im Wettbewerb, zu direkt ist die Kabeg an das Land und sein Budget angedockt. Jeder von den Dreien machte seine Erfahrung mit Jörg Haider - auf Augenhöhe im Machtspiel, aber in entscheidenden Momenten verstoßen. Unter Leit-Tieren, auch Alpha-Tiere genannt, ist die Bissordnung brachial. Der Politik haben sie, trotz Verlockungen, entsagt.
Scheideweg. Jetzt stehen sie an persönlichen Scheidewegen. Kulterer entflieht der Last des Scheiterns nach London, Sonnberger in höhere Gehaltsphären, Pekarek vermutlich nach Wien. Und sie überlegen einen anderen Rhythmus - das Unglück des gemeinsamen Freundes Hans Quendler hat sie nachdenklich gestimmt, ob es lohnt, als Manager zu verreiben.
Zukunft. Was folgt? Die Hypo führt Tilo Berlin, bei Raiffeisen steht Peter Gauper vorne, in der Kabeg vielleicht Herwig Wetzlinger oder Hans Mahrl. Wer und was aber folgt als gestaltende Kraft, die dem verworren und konfliktreich regierten Land mit Visionen auf neue Sprünge hilft und mit Entschlossenheit für nachhaltige Umsetzung sorgt? Es ist Platz für Junge - der Abgang des Titanen-Trios ist auch eine Chance.














