ÖBB vor Übernahme des Güterverkehrs der ungarischen Bahn
ÖBB-Tochter macht das Rennen um die Übernahme des Güterverkehrs der ungarischen Bahn. "Ja" bzw. "Igen" aus Budapest noch ausständig.

Foto © APAÖBB bieten 400 Mio. Euro für ungarische MAV Cargo
Die ÖBB stehen vor ihrer ersten Übernahme einer ausländischen Bahn. Wie die ÖBB-Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria (RCA) mitteilte, hat die Privatisierungsbehörde in Budapest den Verkauf des Güterverkehrs der ungarischen Bahn, der MAV Cargo, an die RCA und ihren Partner, die Raab-Ödenburger-Eisenbahn (RoEE) empfohlen. RCA und RoEE hätten sich im Bieterverfahren gegen die Konkurrenten als Bestbieter durchgesetzt, hieß es. Offiziell ist der Verkauf damit noch nicht, Mitbewerber können Einspruch einlegen. Außerdem fehlt noch die Zustimmung der ungarischen Kartellbehörde und der Sanctus der Budapester Regierung zur größten Privatisierung des Jahres in Ungarn.
Angebot verdoppelt.
Das österreichisch-ungarische Konsortium hat nach einem Bericht der ungarischen Tageszeitung "Nepszabadsag" sein ursprüngliches Übernahmeangebot von 50 Milliarden Forint (194 Millionen Euro) für die Güterverkehrssparte der Ungarischen Staatsbahnen auf mehr 100 Milliarden Forint (knapp 400 Millionen Euro) verdoppelt. RCA und Raaber Bahn hätten damit das Angebot der holländischen New World Resources Transportation BV in Höhe von 90 Milliarden Forint deutlich übertroffen. Laut "Nepszabadsag" war der Wert der MAV Cargo, die knapp 83 Prozent Marktanteil am ungarischen Gütertransport hat, lediglich auf 60 bis 80 Milliarden Forint geschätzt worden.
"In guten Händen".
In Ungarn ist das Echo auf das Engagement der ÖBB durchwegs positiv. Als Vorteil wird der hohe Kaufpreis heraus gestrichen, weiters garantiere die Raaber Bahn, die im Eigentum des ungarischen Staates steht, dass MAV Cargo "in guten Händen sein wird", wie die Medien kommentieren. Die ÖBB setzen erstmals im Ausland den Schritt zur Übernahme eines kompletten Gütertransportnetzwerks.
Features
Zahlen
Sollte den ÖBB die Übernahme der MAV-Cargo gelingen, ver-
Im Klintsch
Die ungarisch-österreichi-
schen Beziehungen waren
zuletzt durch einen Streit um den Kauf des bereits
privatisierten ungarischen Ölkonzerns MOL durch die OMV belastet worden.















