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Zuletzt aktualisiert: 24.11.2007 um 02:00 Uhr

Billa heiligt den Feiertag

Am 8. Dezember bleiben in allen Billa-Filialen die Geschäftstore zu.

Am 8.Dezember geschlossen

Foto © APAAm 8.Dezember geschlossen

Handelsexperten wundern sich: Was ist in den Handelsriesen Billa gefahren? Der Vorreiter längerer Öffnungszeiten gibt seinen 16000 Mitarbeitern am Marienfeiertag frei. Während 85 Prozent der österreichischen Geschäfte am 8. Dezember offen halten werden, bleiben die 1000 Billa-Filialen geschlossen. Auch die Filiale am Klagenfurter Bahnhof, die jetzt nur noch 364 Tage offen hat.

Lob. Mitarbeiter, Gewerkschaftsvertreter, ja selbst Kardinal Christoph Schönborn lobten umgehend das "menschliche Handeln" des Handelskonzerns. "Es gibt immer wieder Zeichen, die Hoffnung machen", freut sich der Kardinal, dass Billa "Menschlichkeit vor dem schnöden Mammon" walten lässt.

Zeichen setzen. "Es gibt keine betriebswirtschaftlichen Entscheidungen dafür. Billa wollte ein Zeichen setzen. Als Dank", sagt Corinna Tinkler, Sprecherin der Rewe Group. Experten sehen hinter vorgehaltener Hand Kalkül dahinter. Der wirkliche Rummel spiele sich am 8. Dezember in den Einkaufszentren ab, Lebensmittelgeschäfte indes seien an diesem Tag nicht allzu stark frequentiert worden. Was in den vergangenen Jahren in der Branche zu Rabatten geführt hat.

Die zweitgrößte Handelskette Österreichs, Spar, zeigt sich von der Entscheidung unbeeindruckt und schlägt den umgekehrten Weg ein. "Wir sind es unseren Kunden schuldig, dass wir am 8. Dezember offen halten", sagt Spar-Sprecherin Nicole Berkmann und gibt zu bedenken: "Unsere Mitarbeiter machen das freiwillig. Der 8. Dezember ist ein beliebter Arbeitstag, weil es hundert Prozent Lohnzuschlag und einen freien Tag zusätzlich gibt."

Einer der umsatzstärksten Tage. Nikolaus Gstättner, Spartengeschäftsführer des Kärntner Handels, glaubt nicht, dass dieses Beispiel Schule machen wird. "Der 8. Dezember ist für die Kaufleute einer der umsatzstärksten Tage. Vor allem heuer, weil einer der offenen Einkaufstage wegfällt." Am Karsamstag, der in Kärnten traditionell für die Fleischweihe reserviert ist, zeigte sich Billa nicht so generös und schaute sehr wohl aufs Geschäft.

ELISABETH TSCHERNITZ-BERGER

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