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Zuletzt aktualisiert: 12.11.2008 um 21:06 UhrKommentare

Lego hat den Krieg der Steine verloren

Der dänische Spielzeughersteller hatte einen kanadischen Konzern geklagt, der seine Steine kopiert. Vor dem Europäischen Gerichtshof blitzte Lego aber ab.

Sind das wirklich Lego-Steine, oder bloß Imitate?

Foto © APASind das wirklich Lego-Steine, oder bloß Imitate?

Was ist bunt und hat acht Noppen? Jedes Kind in Europa kann die Antwort im Traum hersagen und mit ihm alle Eltern, die zu ihrem Leidwesen in der Früh schon mit vollen Schwung aus dem Bett darauf gestiegen sind. Lego, was sonst?

Jeder kann Steine produzieren. Aber so sonnenklar, wie es scheint, verhält sich die Sache dann offenbar doch nicht, zumindest aus juristischer Perspektive. Der Europäischen Gerichtshof hat nun nämlich beschieden, dass die weltweit beliebten Legosteine mit ihren acht zylindrischen Noppen in der Europäischen Union nicht als Gemeinschaftsmarke geschützt sind. Jeder andere Spielzeughersteller kann sie also produzieren und verkaufen.

Herber Schlag. Für den dänischen Lego-Konzern ist das ein herber Schlag. 1932 vom dänischen Tischlermeister Ole Kirk Christiansen gegründet, meldete er vor genau 50 Jahren sein erstes Patent für die farbigen Kunststoffquader an. Dieses lief aber vor 20 Jahren aus Die Produktpalette wurdeständig erweitert. So gibt es heute Platten, Räder, transparente Steine, Figuren, Tiere, Bäume, Autos, Boote und, und und. Die verschiedenen Bauteile gehen in die Tausende können aber, das ist das Faszinierende, alle nach wie vor miteinander kombiniert werden. So kommt es, dass sich heutige Lego-Steine problemlos mit solchen aus den Sechzigern zusammenstecken lassen.

Amerikanischer Markt. Seit Jahren wehrt sich Lego gegen Nachbauten, was die Konkurrenz aber nicht daran hinderte, die bunten Steine eins zu eins zu kopieren. Am unverfrorensten agiert Mega Brands, ein kanadisches Unternehmen, das die Dänen mittlerweile fast vom amerikanischen Markt verdrängt hat.

Anderer Schriftzug. Seine Steine unterscheiden sich nur durch den Schriftzug auf den Noppen. Frechheit siegt. Auch für das EU-Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt, das darin nichts Verwerfliches erkennen kann: Gegenstände, die eine bestimmte Form nur aus technischen Gründen haben, können nicht als Marke eingetragen werden, dekretierten die EU-beamten. Das gelte auch für Lego. Das höchste EU-Gericht in Luxemburg bestätigte jetzt diese Entscheidung und schmettere eine Klage von Lego glatt ab.

STEFAN WINKLER, BRÜSSEL
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Fakten

Wegen der positiven Ent-wicklung im ersten Halbjahr erhöht Lego sein Umsatz-prognose für 2008 von bisher 8,4 auf 9 Mrd. Kronen bei einem Vorsteuergewinn von 1,5 Mrd. Kronen.

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