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Zuletzt aktualisiert: 25.10.2007 um 23:09 Uhr

Schulbuffets locken mit Dickmachern

Wurstsemmeln, Limos und Süßigkeiten - die Arbeiterkammer schlägt Alarm: An den Schulbuffets gibt es vorwiegend ungesundes Essen. Ernährungsexperten fordern verbindliche Vorgaben für Pächter.

Schulbuffets - nicht immer vorbildlich

Foto © APASchulbuffets - nicht immer vorbildlich

Jamie Oliver kann ein Liedchen davon singen. Mit seiner Kampagne für gesundes Essen an den englischen Schulen hatte der Starkoch an den Geschmäckern der Schüler gründlich vorbei gekocht. Die Kinder - und damit die Schulkantinen - blieben lieber bei Burgern und Pommes. Ähnlich scheinen die Schülergaumen in Österreich zu funktionieren. Denn seit gestern schlägt Ernährungsexperten eine Studie auf den Magen, die die Arbeiterkammer (AK) an den Wiener Schulen durchführte. Demnach sei das Essen, das an den meisten Schulbuffets angeboten wird, er nährungsphysiologisch fragwürdig. Gesünderes gebe es zwar fast überall im Angebot, als Köder verwenden die Buffet-Betreiber aber nicht den frischen Apfel, sondern Wurstsemmeln, Süßes und Limonade, so die AK.

Dickmacher. Ins Visier genommen haben die Ernährungswissenschaftler die Buffets von 30 Hauptschulen, AHS und BHS in der Bundeshauptstadt. Nur ein einziges Schulbuffet erhielt die Bewertung "Gut", drei von vier fielen durch, weil Dickmacher zu auffällig platziert waren und es zu wenig Gesundes gab. Bewertet wurde, ob Vollkorngebäck, Salat oder Rohkost, Obst, Fisch, Wasser und Milch oder Joghurt angeboten werden.

Probleme kommen später. Die Ergebnisse sind laut AK alarmierend. Jedes fünfte Kind in Österreich ist übergewichtig, die Hälfte von ihnen sogar fettleibig. Beim Essverhalten in der Jugendzeit werde oft der Grundstein für spätere gesundheitliche Probleme gelegt, erklärt Meinrad Lindschinger, Leiter des Instituts für Ernährung und Stoffwechselerkrankungen in Laßnitzhöhe. Auch an den steirischen Schulbuffets sei die Lage ähnlich. "Wir haben das untersucht. Da lauern irrsinnig viele versteckte Fette und Kohlehydrate."

Geld fürs Buffet. Auffallend ist laut Lindschinger, dass die Patienten mit ernährungsbedingten Problemen wie Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen und erhöhtem Cholesterin immer jünger werden. "Das hängt mit den Gewohnheiten bei der Ernährung zusammen. Viele Kinder frühstücken nicht und bekommen stattdessen Geld fürs Buffet", so Lindschinger. Vor allem die süßen Softgetränke seien schädlich. "An vielen Schulen gibt es neben den Getränkeautomaten ja nicht einmal einen Wasserspender als Alternative."

Kontrollen. Die Arbeiterkammer fordert nun verbindliche Vorgaben, was an den Buffets angeboten werden soll und darf. Die Buffet-Pächter sollen zudem regelmäßig kontrolliert werden. Ein Vorschlag, auf den man im Unterrichtsministerium zurückhaltend reagiert. Ein Verbot alleine bringe wenig, es müsse auch mitgetragen werden, heißt es aus dem Büro von Ministerin Claudia Schmied. "Vernünftiger wäre es, wenn die Schulen selbst entscheiden, was sie haben wollen."

GÜNTER PILCH

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