Steiermark will 70.000 Wohneinheiten thermisch sanieren
Altbauten belasten Klima und Geldbörsel: In der Steiermark steht die thermische Sanierung von 70.000 Wohnhäusern an. Probleme gibt es mit der Förderung der Biowärme: Zwist unter Landesräten.

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Ein "schwieriges politisches Terrain" sei die Ökologie, sagt Andreas Wabl, Klimaschutzbeauftragter des Bundeskanzlers. Denn das Modethema ist heiß umkämpft, auch in der Landespolitik. Vor der kalten Jahreszeit rückt das Heizen in den Mittelpunkt: Umweltlandesrat Manfred Wegscheider (SP) kündigte am Montag in diesem Bereich einen (Feinstaub-)Schwerpunkt an, gestern folgte Agrar- und Wohnbaulandesrat Johann Seitinger (VP) und bewarb einen neuen Haussanierungs-Ratgeber.
Neuer Boom.
Ältere Wohnhäuser auf den neusten Stand der Heizungstechnik zu bringen, boomt bereits seit einigen Jahren, dennoch besteht nach wie vor ein großer Bedarf, betont Seitinger. Laut einer jungen Erhebung gibt es in der Steiermark 140.000 Häuser und Wohnungen, die zwischen 1960 und 1980 erbaut wurden, mehr als die Hälfte sei nicht thermisch saniert. Diese Altbauten verbrauchen viermal so viel Energie wie moderne Wohneinheiten.
Sanierung.
Seitinger will die Sanierung dieser rund 70.000 Häuser vorantreiben und bis 2015 abgeschlossen haben: "Das bringt ein Investment von 1,1 Milliarden Euro und 14.000 Arbeitsplätze", zudem sei damit eine Einsparung von 105.000 Tonnen Kohlendioxid möglich. "Wichtiger für die Betroffenen ist aber die Reduktion der Heizkosten", rechnet der Landesrat vor. Fallen bei einem ungedämmten Haus Heizkosten in der Höhe von 1900 Euro jährlich an, seien dies bei einem sanierten Gebäude nur noch rund 600 Euro. Zeitgemäße Dämmungen bzw. Heizanlagen bedeuten zwar Investitionen für den Haushalt, nach durchschnittlich acht bis zehn Jahren rechnen sich die Ausgaben aber durch die geringeren Heizkosten.
Enttäuschend.
Die Klimapolitik der SPÖ sei enttäuschend, sagt Seitinger und kritisiert seinen SP-Kollegen Wegscheider. Dieser habe im Budget auf sechs Millionen Euro für die Förderung von Biowärmeversorgungsanlagen "vergessen", weshalb zahlreiche Ansuchen abgelehnt werden müssten und die Betreiber kleiner Stromerzeugungsanlagen Probleme haben. Wegscheiders Replik: Alle von der Kommunalkredit geförderten Anlagen habe man bis dato kofinanziert. Noch sei aber unklar, was die Zukunft bringe.
Features
Der Ratgeber
Der neue "Steirische Haus- Sanierungs-Ratgeber" liegt ab 15. Oktober gratis in allen Gemeindeämtern sowie in den Wohnbau-Infostellen des Landes auf. Das 36 Seiten starke Heft informiert über Wärmedämmung, Fenstersanierung, Heizen, Solarenergie, Thermografie, übers Stromsparen und diverse Förderungen.














