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Zuletzt aktualisiert: 09.03.2008 um 20:01 Uhr

Streik bei der Deutschen Bahn abgewendet

Aufatmen bei Millionen Pendlern und Fernreisenden in Deutschland: Der fast ein Jahr dauernde Tarifstreit bei der Deutschen Bahn ist wenige Stunden vor der für diesen Montag angekündigten Wiederaufnahme des Streiks beigelegt.

Foto © Reuters

Die Lokführergewerkschaft GDL sagte den ab 0.00 Uhr angedrohten Arbeitskampf ab. Das teilte der GDL-Vorsitzende Manfred Schell am Sonntag nach Gesprächen mit Bahnchef Hartmut Mehdorn und den Spitzen der größeren Gewerkschaften Transnet und GDBA mit. Im öffentlichen Dienst steht nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen eine harte Schlichtungsrunde bevor.

Notfahrpläne. Die Deutsche Bahn will den Zugverkehr am Montag zunächst mit den eingerichteten Notfahrplänen beginnen, und den Betrieb allmählich auf das normale Niveau anheben. Somit wird auch für Österreich der in Erwartung des Streiks eingerichtete Ersatzfahrplan der Deutschen Bahn gelten, teilten die ÖBB am Sonntagabend mit. Dies bedeutet, dass 14 Fernzüge (IC 2264/65, IC 2290-99 und IC 2391/92) zwischen Österreich und Deutschland ausfallen werden. 17 weitere Züge werden kurzgeführt: Die EC 62, 63, 68, 69, 112-115 sowie die IC 110, 111, 390 und 391 enden bzw. beginnen in Salzburg, die IC 118/119 werden nur von/bis Lindau geführt, die EC 173, 177 und 370 nur von/bis Dresden. Auch im grenzüberschreitenden Güter- und Nahverkehr könnte es zu Beeinträchtigungen kommen, nicht betroffen ist jedoch der ÖBB-Korridorverkehr über Rosenheim.

Erleichterung. "Das war allerhöchste Eisenbahn", zeigte sich Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee "sehr, sehr erleichtert" über die Einigung. Mehdorn sagte in Berlin: "Heute ist der schwierigste Tarifkonflikt in der Geschichte der Bahn zu einem guten Ende geführt worden." GDL-Chef Schell sagte: "Wir sind durch." Über das Wochenende hatten der Konzern und die Gewerkschaften über eine Lösung verhandelt, die eine Abstimmung der Gewerkschaften untereinander regelt. Der Einigung zufolge verpflichten sich die GDL einerseits sowie Transnet und GDBA andererseits, Tarifverträge des jeweils anderen Seite anzuerkennen. Dafür seien entsprechende Verträge mit der Bahn geschlossen worden. Bemühungen für eine direkte Kooperationsvereinbarung der drei Gewerkschaften untereinander waren gescheitert.

Verständigung. In der bis zuletzt strittigen Frage, welche Gewerkschaft die Verhandlungsmacht für rund 3000 Lokrangierführer bekommt, wurde ebenfalls eine Verständigung erreicht. Dafür sollten Transnet und GDBA zuständig sein, sagte Schell. Die Bahn hatte eine Abstimmung der Gewerkschaften zur Bedingung gemacht, damit sie den mit der GDL fertig ausgehandelten Entgelt-Tarifvertrag mit elf Prozent Einkommensplus unterschreibt. Der Tarifkonflikt hatte am 19. März 2007 begonnen, als die GDL ihre Forderung übergeben hatte. Im Lauf der Monate kam es mehrfach zu Streiks in ganz Deutschland.


Hintergrund

Der Streit um einen neuen Tarifvertrag für Lokführer zog sich über Monate hin und gipfelte in tagelangen Streiks im Spätherbst.

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