Streik bei der Deutschen Bahn abgewendet
Aufatmen bei Millionen Pendlern und Fernreisenden in Deutschland: Der fast ein Jahr dauernde Tarifstreit bei der Deutschen Bahn ist wenige Stunden vor der für diesen Montag angekündigten Wiederaufnahme des Streiks beigelegt.

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Die
Lokführergewerkschaft GDL sagte den ab 0.00 Uhr angedrohten
Arbeitskampf ab. Das teilte der GDL-Vorsitzende Manfred Schell am
Sonntag nach Gesprächen mit Bahnchef Hartmut Mehdorn und den Spitzen
der größeren Gewerkschaften Transnet und GDBA mit. Im öffentlichen
Dienst steht nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen eine harte
Schlichtungsrunde bevor.
Notfahrpläne.
Die Deutsche Bahn will den Zugverkehr am Montag zunächst mit den
eingerichteten Notfahrplänen beginnen, und den Betrieb allmählich auf
das normale Niveau anheben. Somit wird auch für Österreich der in
Erwartung des Streiks eingerichtete Ersatzfahrplan der Deutschen Bahn
gelten, teilten die ÖBB am Sonntagabend mit. Dies bedeutet, dass 14
Fernzüge (IC 2264/65, IC 2290-99 und IC 2391/92) zwischen Österreich
und Deutschland ausfallen werden. 17 weitere Züge werden kurzgeführt:
Die EC 62, 63, 68, 69, 112-115 sowie die IC 110, 111, 390 und 391
enden bzw. beginnen in Salzburg, die IC 118/119 werden nur von/bis
Lindau geführt, die EC 173, 177 und 370 nur von/bis Dresden. Auch im
grenzüberschreitenden Güter- und Nahverkehr könnte es zu
Beeinträchtigungen kommen, nicht betroffen ist jedoch der
ÖBB-Korridorverkehr über Rosenheim.
Erleichterung.
"Das war allerhöchste Eisenbahn", zeigte sich Verkehrsminister
Wolfgang Tiefensee "sehr, sehr erleichtert" über die Einigung.
Mehdorn sagte in Berlin: "Heute ist der schwierigste Tarifkonflikt in
der Geschichte der Bahn zu einem guten Ende geführt worden." GDL-Chef
Schell sagte: "Wir sind durch." Über das Wochenende hatten der
Konzern und die Gewerkschaften über eine Lösung verhandelt, die eine
Abstimmung der Gewerkschaften untereinander regelt. Der Einigung
zufolge verpflichten sich die GDL einerseits sowie Transnet und GDBA
andererseits, Tarifverträge des jeweils anderen Seite anzuerkennen.
Dafür seien entsprechende Verträge mit der Bahn geschlossen worden.
Bemühungen für eine direkte Kooperationsvereinbarung der drei
Gewerkschaften untereinander waren gescheitert.
Verständigung.
In der bis zuletzt strittigen Frage, welche Gewerkschaft die
Verhandlungsmacht für rund 3000 Lokrangierführer bekommt, wurde
ebenfalls eine Verständigung erreicht. Dafür sollten Transnet und
GDBA zuständig sein, sagte Schell. Die Bahn hatte eine Abstimmung der
Gewerkschaften zur Bedingung gemacht, damit sie den mit der GDL
fertig ausgehandelten Entgelt-Tarifvertrag mit elf Prozent
Einkommensplus unterschreibt. Der Tarifkonflikt hatte am 19. März
2007 begonnen, als die GDL ihre Forderung übergeben hatte. Im Lauf
der Monate kam es mehrfach zu Streiks in ganz Deutschland.
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Hintergrund
Der Streit um einen neuen Tarifvertrag für Lokführer zog sich über Monate hin und gipfelte in tagelangen Streiks im Spätherbst.














