Cluster vor Neugründung
Zweite Auflage des Mikroelektronik-Clusters fix. Auf Selbstkritik folgen Zuversicht und Optimismus. Vorstand wird am 6. Dezember gewählt.
Wie reinigend ein Gewitter sein kann, bekam am Donnerstagabend der Vorstand des Mikroelektronik-Clusters zu spüren. Angefangen hat alles mit einer Stimmung, die mieser nicht hätte sein können - am Ende war der Aufbruch spürbar. So schildern gleich mehrere Teilnehmer die außerordentliche Vollversammlung des Clusters.
Geldgeber war KWF. Es ging um die Klärung der Schuldfrage für den Zwei-Millionen-Euro Konkurs der Cluster-GmbH. Wichtige Auskünfte hatte man vor allem von Geschäftsführerin Waltraud Hösele erwartet. Die blieb jedoch mit dem Hinweis auf die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft fern.
Die Schuld an der Pleite wurde vor allem in der "geänderten Förderlandschaft" gesucht. Dabei soll man vermieden haben, Politiker zu nennen. Zur Erinnerung: Der Entwicklungsagentur wurde die Betreuung der Cluster entzogen, einziger Geldgeber war somit der KWF. Und der konnte auch nur einzelne Projekte unterstützen und nicht den Cluster selbst.
Entfremdet. "Wenn ich mich einzig und allein von einer Geldquelle abhängig mache, ist das ein Problem. Auch daran ist der Cluster gescheitert", meint ein Teilnehmer rückblickend. Kritik wurde auch an der Ausrichtung laut. Am Ende standen lediglich Projekte im Vordergrund. Diese wären teuer gewesen und hätten nur wenige Firmen betroffen. Vom eigentlichen Geist des Clusters - nämlich die Mitglieder zu vernetzen und ihnen Neues zu zeigen - habe man sich zunehmend entfremdet. Diese Selbstkritik soll auch Cluster-Obmann Hans Köstenbauer geübt haben, dem übrigens bei der Vollversammlung das Vertrauen ausgesprochen wurde.
Kleinere Neuauflage. Genau dabei will man nun ansetzen. Die Neuauflage des Clusters ist fix, wenngleich viel kleiner und nicht in Form einer Firma. Im Vordergrund soll das "Zusammenbringen von Leuten" stehen, das ja bekanntlich nicht viel kostet. Und daraus soll auch wieder Gemeinsames entstehen - gerade am Beginn war man damit sehr erfolgreich. Starttermin für den neuen Mikroelektronik-Cluster soll am 6. Dezember sein: Dann wird ein neuer Vorstand gewählt.














