Der Euro ist außer Rand und Band
Kein Tag ohne neuen Rekord. Der Euro knackte am Donnerstag erstmals die 1,4-Dollar-Marke. Seit der US-Leitzinssenkung zittert die Exportwirtschaft und sieht das Wachstum in Gefahr.

Foto © APADer Euro ist außer Rand und Band
Der Höhenflug des Euro ist nicht zu stoppen. Seit die US-Notenbank (Fed) am Dienstag eine Senkung der Leitzinsen beschlossen hat, beschleunigt sich der Aufwärtstrend des Euro-Kurses. Kein Tag ohne neuen Höchststand. Gestern wurde erstmals seit Einführung der europäischen Einheitswährung die Marke von 1,4 US-Dollar überschritten. Im Euro-Raum geht nun die Angst um, dass die Schwäche des US-Dollar gegenüber dem Euro - deren Ende derzeit nicht absehbar ist - negative Folgen auf das Wirtschaftswachstum haben könnte. Und damit die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen gefährdet.
Schmerzgrenze.
Ein starker Euro trifft vor allem die Exportwirtschaft, also die tragende Säule des Wirtschaftwachstums der letzten Zeit. So sieht Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl "die Schmerzgrenze für Exporteure durch den Euro-Höchststand erreicht". Die geplante Leitzins-Erhöhung im Euro-Raum wäre "reines Gift für Europas Wirtschaft", so Leitl. Europäische Unternehmen haben durch die Währungsverluste einen klaren Wettbewerbsnachteil, so der Tenor in der Wirtschaftskammer.
Keine Preisänderung.
Worauf müssen sich Konsumenten einstellen? An den Handelspreisen innerhalb der Euro-Zone ändert sich nichts. Ein Liter Milch um 95 Cent wird auch morgen 95 Cent kosten. Bei Importwaren sieht die Sache anders aus, hier wirkt sich das derzeitige Euro-Dollar-Verhältnis preismindernd aus. Die große Frage ist jedoch, ob die Verbilligung auch an die Verbraucher weitergegeben wird. Wer jedoch direkt importiert - etwa über Bestellungen im Internet - sollte derzeit jedenfalls billiger davon kommen.
Parallel zum Euro stieg in den letzten Tagen auch der Ölpreis von Rekord zu Rekord. Öl wird durch die Preiserhöhungen zwar teurer, der hohe Euro-Kurs wirkt aber dämpfend und kompensiert den Anstieg. Denn Rohöl wird in Dollar fakturiert, je weniger dieser zum Euro wert ist, desto günstiger ist es für die Konsumenten in Europa.














