"Für uns ist es die Chance des Jahrhunderts"
bauMax macht von Rumänien den Sprung nach Bulgarien und in die Türkei. Martin Essl, morgen Referent beim CEE-Forum in Velden, zur Ost-Strategie des Familienunternehmens.
Energisch packt Martin Essl, Chef der Bauhandelskette bauMax, die Chancen in den neuen EU-Beitrittsländern am Schopf. In Rumänien stehen bereits vier bauMax-Filialen, zwei bis drei sollen heuer noch dazu kommen. Die Gruppe wächst heuer von 124 auf 132 Baumärkte. "Der Sanierungsbedarf in Rumänien ist enorm, es gibt einen Run auf Immobilien", charakterisiert Essl die Goldgräberstimmung auf dem rumänischen Markt.
Kyrillische Schrift. Von dort aus bereitet er nun den Sprung nach Bulgarien und in die Türkei vor. "In Bulgarien werden bereits 150 Mitarbeiter geschult. Dort begegnen wir erstmals der kyrillischen Schrift - das ist eine echte Herausforderung für uns", so Essl. 2008 will er in Bulgarien drei Märkte eröffnen - "alle so groß wie der in Villach, also mit 10.000 Quadratmeter Fläche", erklärt der bauMax-Chef. Seine Expansionsziele sind weit gesteckt: "Heuer erwarten wir mit 132 Filialen und 7500 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,25 Milliarden Euro. In fünf Jahren wollen wir den Umsatz verdoppeln, in zehn Jahren verdreifachen. Für uns als Familienunternehmen ist die Osterweiterung die Chance des Jahrhunderts. Man muss auch den Mut haben, sie wahrzunehmen", ermuntert er.
Islam und Heimwerker. Essl setzt seinen Schritt demnächst bis an den Bosporus: 2009 soll die erste bauMax-Filiale in der Türkei eröffnet werden. "Die Türkei wird eine Sensation. Ein Land mit 85 Millionen Einwohnen, so groß wie Deutschland. Bei den Immobilien erhitzen die Preise", schildert er die Aufbruchstimmung. "Die Begegnung mit dem Islam wird eine Herausforderung für unsere Unternehmenskultur, die auf christlichen Werten aufbaut", räumt Essl ein, der derzeit weder die EU noch die Türkei für deren EU-Beitritt vorbereitet sieht. Voll läuft hingegen die bauMax-Vorbereitung auf die neue Kundschaft: "Das Sortiment wird dort eher dekorationslastig als konstruktionslastig sein. Die Türken haben kaum Heimwerker-Tradition, das sind die buy-it-yourselfer, denen wir die Montage mit anbieten."











-Anzeigen