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Zuletzt aktualisiert: 14.09.2007 um 08:12 Uhr

Mehr Kühe gegen Milch-Knappheit

Molkereien werden langsam nervös: Es gibt keine Milchseen und Butterberge mehr, Milch könnte knapp werden. Konsumenten merken es an höheren Preisen.

Milch könnte schon bald knapp werden

Foto © APA (Symbolfoto)Milch könnte schon bald knapp werden

Die Unwörter "Butterberg" und "MiLchsee" sollte man künftig aus dem Vokabular streichen. Denn beides gibt es längst nicht mehr. Bei der Österreichischen Milchwirtschafts-Tagung in Spittal schlugen der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter Günther Geislmayr und der Chef der Kärntnermilch, Helmuth Petschar Alarm: Der weltweite Milch-Engpass, hervorgerufen durch Trockenheit, leergefegte Lager, geänderte Konsumgewohnheiten auf neuen Märkten und höhere Rohstoffpreise, könnte schon bald auch auf die Insel der Seligen, namens Österreich, übergreifen.

Appell.Petschar und Geislmayr appellieren daher an die Milchbauern, mehr Milch auf den Markt zu schütten, um die Versorgung sicherstellen zu können. Anders als in der Vergangenheit würde es sich für dieBauern auszahlen, mehr Milchkühe einzustellen. Denn so hoch wie jetzt war der Milchpreis nur vor dem EU-Beitritt vor 12 Jahren. Und er dürfte aus den genannten Gründen noch weiter steigen.

Erstmals zufrieden. Im Gegensatz zu den Konsumenten, auf die eine höhere Preiswelle bei Milchprodukten zuschwappt - auch Butter und Käse werden um 20 Prozent teurer - sind die milchverarbeitenden Betriebe und die Bauern erstmals zufrieden mit der Preisentwicklung. Immerhin wurde der Bauernmilchpreis innerhalb eines Jahres um 23 Prozent gesteigert. Die Kärntnermilch wird zum letzten Quartal erhöhen, damit können die Oberkärntner Bauern über 40 Cent einstreifen.

Noch sinnvoll? In diesem Lichte sei zu hinterfragen, ob die Milchkontingentierung, die bis 2015 festgeschrieben ist, in dieser Form noch sinnvoll sei. "Nur sechs von 27 EU-Ländern übersteigen die Milchquote. Darunter auch Österreich", so Gaislmayr. Wenn die Quote überschritten wird, drohen saftige Strafen.

Durch den Zusammenschluss von Adeg und Rewe, ist die Kärntnermilch-Marke Bio+ bei Adeg abgezogen worden. Für Petschar keine Katastrophe: "Wir können im gleichen Maße vier neue Ja!Natürlich-Käsesorten an Rewe liefern".

Zeitgeist. Ein neu gestyltes Milchprodukt der Kärntnermilch, das durch Leichtigkeit und weniger Kalorien den Zeitgeist trifft, ist der Luftikuss-Shake (geschüttelt, nicht gerührt) in den Sorten Erdbeer und Marille.

ELISABETH TSCHERNITZ-BERGER

Preisentwicklung

Grafik © Kleine Zeitung

Grafik vergrößernGrafik © Kleine Zeitung

Zahlen & Fakten

  • 45.812 Milchbauern gibt es in Österreich (- 5 Prozent)
  • 58.360 kg ist die durchschnittliche Milchanlieferung (+7,4 Prozent)
  • 530.000 Milchkühe (-0,8 Prozent)
  • 2,67 Millionen Milchlieferungen
  • 87 Verarbeitungsbetriebe
  • 4179 Mitarbeiter

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