BayernLB entschuldigt sich für Missmanagement in Kroatien
Münchner wollen grünes Licht der kroatischen Notenbank für Übernahme der HAAB und Slavonska Banka.

Foto © APA/ArchivaufnahmeDie Bayern haben Fehler eingestanden
Die BayernLB hat schweres
Missmanagement in Kroatien eingeräumt. "Aus heutiger Sicht war der
plötzliche Rückzug aus der Rijecka Banka überhastet, besonders für
die Kunden und die Republik Kroatien", erklärte Deutschlands
zweitgrößte Landesbank am Freitag in Zagreb. In der Krise um die
frühere Tochter sei "nicht angemessen" gehandhabt worden. Die Sorgen
der Kunden seien damals nicht ausgeräumt worden. "Die BayernLB
bedauert ihr Verhalten."
Österreichisch. Die Münchner hatten sich 2002 aus der Rijecka Banka zurückgezogen,
die damals kurz vor der Pleite stand. Verluste im Devisenhandel
hatten das Institut in eine Schieflage gebracht. Verkauft wurde das
Geldhaus schließlich für einen Euro an den Staat. Mittlerweile gehört
das Institut zur österreichischen Erste Bank.
Hypo Alpe-Adria Bank. Mit der Entschuldigung will sich die BayernLB grünes Licht von der
Notenbank in Zagreb sichern, um zwei Institute in Kroatien übernehmen
zu können: die Hypo Alpe Adria Bank (HAAB) und die Slavonska Banka.
Beide sind Teil der österreichischen Hypo Alpe-Adria Bank, an der
sich die Münchener gerade für 1,6 Mrd. Euro die Mehrheit gesichert
haben. Mit dem Hypo-Alpe-Kauf, dem größten der Firmengeschichte,
bekommt die BayernLB auch Zugang zu den Märkten in Kroatien,
Slowenien und Serbien.
Erlaubnis. Die Notenbank in Zagreb hatte wegen der Rijecka-Erfahrung der
BayernLB zunächst Steine in den Weg gelegt. Die Bayern mussten der
Zentralbank auch zusagen, die rasant wachsenden Töchter stets mit
genügend Kapital auszustatten und strenge Standards zu erfüllen, um
Geldwäsche zu verhindern. Die BayernLB habe ihre Lektion gelernt,
versicherte sie. Es werde einen engen Kontakt zur Zentralbank geben.
"Die BayernLB wird ein langfristiger und zuverlässiger Partner sein."
Die Münchner rechnen nun damit, Mitte September die Erlaubnis der
Notenbank zu bekommen.
Nummer fünf. Seit längerem setzen deutsche Landesbanken auf Osteuropa, weil der
heimische Markt hart umkämpft ist und kaum Wachstumschancen bietet.
Das kroatische Geschäft macht etwa ein Viertel des operativen Gewinns
der Hypo Alpe-Adria aus. Die Österreicher sind mit ihren Aktivitäten
die Nummer fünf in Kroatien.











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