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Zuletzt aktualisiert: 11.08.2007 um 00:55 Uhr

Für Speis und Trank wird weniger ausgegeben

331 Euro pro Monat wendet jeder Haushalt durchschnittlich für Lebensmittel auf. Doch ihr Anteil an den Gesamtausgaben wird immer geringer.

Foto © AP

Auf den ersten Blick erscheint es ein wenig paradox: Da stiegen die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke in den letzten Jahren immer stärker an, und dennoch nimmt diese Ausgabengruppe im gesamten Haushaltsbudget einen stetig sinkenden Stellenwert ein.

Wohnen Nummer 1. Das hat die Statistik Austria in ihrer fünfjährlich publizierten Konsumerhebung errechnet. Demnach gibt ein heimischer Haushalt im Schnitt monatlich 2540 Euro aus. Der größte Brocken davon fällt mit 22,3 Prozent oder umgerechnet 566 Euro für "Wohnen und Energie" ab. Dann kommt mit 16,1 Prozent (409 Euro) der Bereich "Verkehr". Erst an dritter Stelle kommen mit 13 Prozent oder 331 Euro monatlich die Ausgaben für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke.

13 Prozent. Ein Vergleich über Jahrzehnte zeigt, dass Essen und Trinken stetig weniger vom Haushaltsbudget "auffrisst", selbst wenn die realen Ausgaben dafür gestiegen sind. Gaben Haushalte 1974 noch 26,5 Prozent für Lebensmittel aus, waren es zuletzt nur mehr knapp 13 Prozent. Wird sich das durch die jetzt sprunghaft gestiegenen Lebensmittelpreise ändern? Für Christa Kronsteiner-Mann von der Statistik Austria ist eine solche Prognose derzeit nicht seriös. "Es kann ja durchaus sein, dass Konsumenten nun verstärkt zur billigsten Ware bei Fleisch usw. greifen", so die Statistikerin gegenüber der Kleinen Zeitung.

Hohe Autokosten. Wo liegen dann die Gründe für die anteilsmäßig sinkenden Lebensmittelausgaben? Zum einen wird mehr in Freizeit investiert, auch nimmt die Grundversorgung bei wachsenden Einkommen einen sinkenden Stellenwert ein. Nicht zu vergessen: Die Ausgaben für Energie und Verkehr nehmen immer mehr Haushaltsgeld in Anspruch. Schon ein Vergleich zwischen den Jahren 2000 und 2005 zeigt, dass die Ausgaben für Kfz-Reparaturen und Treibstoffe von 176 Euro monatlich auf 207 Euro angewachsen sind. Weiters kommt zum Vorschein, dass in dem Zeitraum die Ausgaben für Bildung nominell um 122 Prozent gestiegen sind, für Gesundheit um 38 Prozent.

Spendierfreudige Akademiker. Generell investieren laut der Erhebung jüngere Haushalte mehr in Ausgehen und Kommunikation, ältere hingegen mehr in Ernährung und Gesundheit. Für jene, denen 2540 Euro an monatlichen Haushaltsausgaben hoch erscheinen: 50 Prozent der Haushalte geben monatlich weniger als 2170 Euro aus, Pensionistenhaushalte im Schnitt 1990 Euro, Akademiker hingegen 3300 Euro pro Haushalt.

ULRICH DUNST

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