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Zuletzt aktualisiert: 16.08.2007 um 10:34 Uhr

Andritz bestätigt: Verträge für Ilisu-Staudamm unter Dach und Fach

Liefer-, Engineering- und Finanzverträge wurden am Mittwoch unterzeichnet. Anlagenbauer Andritz verweist auf strenge Auflagen. Menschenrechts- und Umweltorganisationen protestieren weiter.

Andritz-Chef Wolfgang Leitner freut sich über türkischen Großauftrag

Foto © APAAndritz-Chef Wolfgang Leitner freut sich über türkischen Großauftrag

Der österreichische Industrie- und Kraftwerksanlagenbauer Andritz hat einen Millionen-Auftrag zur Ausstattung des umstrittenen türkischen Großstaudamms Ilisu endgültig in der Tasche. Wie Andritz am Donnerstag bestätigt hat, sind am Vortag in Ankara die Liefer-, Engineering- und Finanzverträge für die Errichtung des Wasserkraftwerks unterzeichnet worden.

Gesamtvolumen von 1,2 Mrd. Euro. Das Gesamt-Projektvolumen beträgt laut Andritz rund 1,2 Mrd. Euro. Davon geht ein Auftrag von rund 530 Mio. Euro an das europäische Liefer- und Engineeringkonsortium bestehend aus Andritz, Alstom, Züblin (Mitglied der internationalen Strabag-Gruppe), Stucky, Colenco und Maggia. Der Auftragswert für die Andritz-Tochter VA Tech Hydro beträgt demnach rund 235 Mio. Euro. Versichert werde der europäische Lieferanteil von Exportkreditagenturen Österreichs, Deutschlands und der Schweiz.

Heftige Proteste. Der Fixierung des Projekts waren in den vergangenen Wochen und Monate heftige Proteste von Menschenrechts- und Umweltorganisationen vorausgegangen. Bis zuletzt waren deshalb die Exportkredite auf der Kippe gestanden. Auch die Österreichische Kontrollbank (OeKB) hat wie berichtet zum Projekt eine Haftungsübernahme zugesichert. Gegen eine mögliche Mitfinanzierung des türkischen Ilisu-Staudamms durch die Bank Austria Creditanstalt (BA CA) wird seit Wochen vor verschiedenen Filialen der Bank protestiert, die Aktionen sollen bereits heute weiter gehen.

Umweltschutz-Auflagen. Andritz betonte am Donnerstag, dass der türkische Projektbetreiber, die türkische Regierung und die beteiligten Exportkreditagenturen umfangreiche Begleitmaßnahmen und Auflagen zu den Themen Umweltschutz, soziale Abfederung, Kulturgüter sowie Anrainerstaaten vereinbart hätten. Deren Einhaltung werde eine von den Exportkreditagenturen bestimmte, unabhängige internationalen Kommission überwachen. "Damit entspricht das Projekt den hohen westlichen Standards von OECD und Weltbank", versicherte Andritz.


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Grafik vergrößernUmstrittener Ilisu-StaudammGrafik © APA

Fakten

Der Ilisu-Staudamm, Teil des türkischen Südost-anatolien-Projekts, soll den Tigris im Südosten der Türkei kurz vor der Grenze zu Syrien und Irak aufstauen. Der dabei entstehende 313 Quadrat-kilometer große Stausee soll zur Stromproduktion genutzt werden.

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Bild vergrößernDie mittelalterliche Stadt Hasankeyf am Tigris wird überschwemmt Foto © APA

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