Euro als Export-Bremse
Euro zeigt dem Dollar Muskeln. Katastrophe für Exportorientierte.

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Ein Rekord jagt den anderen. Für die Europäische Gemeinschaftswährung wurden am Mittwoch zeitweise bis zu 1,3787 Dollar gezahlt und damit so viel wie nie zuvor.
Magische Grenze gesprengt. Noch hat der Euro nicht die magische Grenze von 1,40 Dollar überschritten, dennoch schrillen bei den exportorientierten Kärntner Firmen die Alarmglocken. "Eine Katastrophe", stöhnt Michael Offner, Chef der Offner Werke in Wolfsberg, der 40 Prozent seiner Waren - Gabeln, Spaten, Sensen - nach Amerika exportiert. "Mit jedem Cent mehr müssen wir in den USA mit unseren Preisen nachgeben", erklärt Offner. Das Hauptproblem: die Billiglohnländer bekommen dadurch Rückenwind, Importwaren aus Fernost werden noch billiger, als sie ohnehin schon sind. "Der hohe Euro killt die Arbeitsplätze. Wir zahlen eine schwere Zeche," klagt Offner. "Wäre die Konjunktur nicht so stark, wir hätten ein ernstes Problem", konstatiert Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher.
Mehr Einnahmen. Die Treibacher Industrie AG kauft ihre Rohstoffe auf internationalen Warenbörsen, wo Richtpreise in Dollar angeführt sind. "Wir haben mehr Einnahmen als Ausgaben in Dollar", sagt Vorstandschef Reinhard Iro. Daraus ergibt sich ein Wechselkurs-Nachteil. Iro wünscht sich einen festeren Wechselkurs auf niedrigerem Niveau.
Infineon Villach. 50 Prozent der Exporte des Villacher Halbleiter-Zulieferers werden in US-Dollar fakturiert. "Erfreulich ist der hohe Dollar nicht, aber er beeinflusst uns nicht direkt", sagt SEZ-Konzernsprecherin Monika Kraker. Positiv hingegen sei für die SEZ vielmehr der starke Yen. Wir fakturieren Einnahmen und Ausgaben in Dollar", erklärt Rainer Schönrock von Infineon. Bei den Einkäufen sei der hohe Euro ein Vorteil, bei den Exporten ein Nachteil. Infineon hat währungsspezifische Vorkehrungen getroffen.
Kärnten Werbung. Während man im Städtetourismus in Wien und Salzburg stöhnt, dass sich amerikanische Gäste die Euroländer nicht mehr leisten können, ist der Chef der Kärnten Werbung, Werner Bilgram, entspannt. Heuer sind bereits um 23 Prozent mehr Amerikaner in Kärnten angekommen. Nur - der Anteil der Amerikaner in Kärnten ist mit 0,2 Prozent verschwindend gering. Bilgram: "Eine Gruppe mehr Amerikaner und wir haben schon ein Plus."















