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Zuletzt aktualisiert: 07.07.2007 um 18:47 Uhr

Nestle-Chefwarnt: Lebensmittel werden beträchtlich teurer

Laut Nestle-Chef Peter Brabeck steht den Nahrungsmittelpreisen eine nachhaltige Inflation bevor. Grund dafür seien die verstärkte Nachfrage aus China und Indien sowie die Verwendung von Getreide für Biotreibstoffe.

Beim Einkaufen wird man künftig tiefer in die Tasche greifen müssen

Foto © APABeim Einkaufen wird man künftig tiefer in die Tasche greifen müssen

Der weltweit größte Lebensmittelkonzern Nestle warnt vor massiven Preissteigerungen. Den Nahrungsmittelpreisen stehe eine "beträchtliche und lang anhaltende Inflation" bevor, prognostiziert der aus Kärnten stammende Konzernchef Peter Brabeck in der Zeitung "Financial Times Deutschland" (Freitag-Ausgabe). Grund dafür seien die verstärkte Nachfrage aus China und Indien sowie die Verwendung von Getreide für die Herstellung von Biotreibstoffen.

Schon vor zwei Jahren gewarnt. Nestle habe vor zwei Jahren erstmals vor Preissteigerungen gewarnt, und im Lauf des vergangenen Jahres seien erste Auswirkungen spürbar gewesen. Weizen hat sich in den vergangenen zwölf Monaten um rund 50 Prozent verteuert, auch die Preise für Zucker, Milch und Kakao sind gestiegen.

Langfristige Veränderungen. Der jüngste Anstieg der Lebensmittelpreise sei nicht nur auf vorübergehende Faktoren zurückzuführen, sondern auch auf langfristige strukturelle Veränderungen. "Dies wird lang anhaltende Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise haben", sagte Brabeck der Financial Times. Zwar haben auch andere Unternehmen der Branche vor einem kurzfristigen Anstieg der Lebensmittelpreise gewarnt, doch Brabecks Äußerungen sind die bisher deutlichsten. Er sprach von einer "anhaltenden Periode steigender Lebensmittelpreise, die ganz allgemein den Inflationsdruck erhöhen könnten".

Preise steigen. Diese Woche waren Berichte veröffentlicht worden, in denen vorhergesagt wird, dass die Nahrungsmittelpreise in den kommenden zehn Jahren um 20 bis 50 Prozent steigen. "Durch die Nachfrage nach Biotreibstoff entsteht eine grundlegende neue Nachfrage nach landwirtschaftlichen Rohstoffen, die vor fünf Jahren noch nicht existierte", sagte Loek Boonekamp von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der einen der Berichte verfasst hat.

Übertrieben. Demgegenüber halten einige Analysten die langfristigen Prognosen für übertrieben. Die Hersteller von Biotreibstoffen würden neue Techniken entwickeln. Diese seien entweder effizienter oder verwendeten nur nicht-essbare Bestandteile von Lebensmitteln, sagte beispielsweise Julian Jessop von Capital Economics.


Fakten

Das Bevölkerungs-
wachstum
, die zunehmende Nachfrage aus Indien und China sowie die Nutzung von Lebensmittelprodukten zur Herstellung von Biotreibstoff erhöhten allesamt den Druck auf den internationalen Märkten.

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