Nestle-Chefwarnt: Lebensmittel werden beträchtlich teurer
Laut Nestle-Chef Peter Brabeck steht den Nahrungsmittelpreisen eine nachhaltige Inflation bevor. Grund dafür seien die verstärkte Nachfrage aus China und Indien sowie die Verwendung von Getreide für Biotreibstoffe.

Foto © APABeim Einkaufen wird man künftig tiefer in die Tasche greifen müssen
Der weltweit größte Lebensmittelkonzern Nestle warnt
vor massiven Preissteigerungen. Den Nahrungsmittelpreisen stehe eine
"beträchtliche und lang anhaltende Inflation" bevor, prognostiziert
der aus Kärnten stammende Konzernchef Peter Brabeck in der Zeitung
"Financial Times Deutschland" (Freitag-Ausgabe). Grund dafür seien
die verstärkte Nachfrage aus China und Indien sowie die Verwendung
von Getreide für die Herstellung von Biotreibstoffen.
Schon vor zwei Jahren gewarnt.
Nestle habe vor zwei Jahren erstmals vor Preissteigerungen
gewarnt, und im Lauf des vergangenen Jahres seien erste Auswirkungen
spürbar gewesen. Weizen hat sich in den vergangenen zwölf Monaten um
rund 50 Prozent verteuert, auch die Preise für Zucker, Milch und
Kakao sind gestiegen.
Langfristige Veränderungen.
Der jüngste Anstieg der Lebensmittelpreise sei nicht nur auf
vorübergehende Faktoren zurückzuführen, sondern auch auf langfristige
strukturelle Veränderungen. "Dies wird lang anhaltende Auswirkungen
auf die Lebensmittelpreise haben", sagte Brabeck der Financial Times.
Zwar haben auch andere Unternehmen der Branche vor einem
kurzfristigen Anstieg der Lebensmittelpreise gewarnt, doch Brabecks
Äußerungen sind die bisher deutlichsten. Er sprach von einer
"anhaltenden Periode steigender Lebensmittelpreise, die ganz
allgemein den Inflationsdruck erhöhen könnten".
Preise steigen.
Diese Woche waren Berichte veröffentlicht worden, in denen
vorhergesagt wird, dass die Nahrungsmittelpreise in den kommenden
zehn Jahren um 20 bis 50 Prozent steigen. "Durch die Nachfrage nach
Biotreibstoff entsteht eine grundlegende neue Nachfrage nach
landwirtschaftlichen Rohstoffen, die vor fünf Jahren noch nicht
existierte", sagte Loek Boonekamp von der Organisation für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der einen der
Berichte verfasst hat.
Übertrieben.
Demgegenüber halten einige Analysten die langfristigen Prognosen
für übertrieben. Die Hersteller von Biotreibstoffen würden neue
Techniken entwickeln. Diese seien entweder effizienter oder
verwendeten nur nicht-essbare Bestandteile von Lebensmitteln, sagte
beispielsweise Julian Jessop von Capital Economics.
Features
Fakten
Das Bevölkerungs-
wachstum, die zunehmende Nachfrage aus Indien und
China sowie die Nutzung von Lebensmittelprodukten zur Herstellung von
Biotreibstoff erhöhten allesamt den Druck auf den internationalen
Märkten.














