Kampf um die besten Köpfe
Weltweite Nachfrage nach Funkchips aus dem Süden Österreichs explodiert, doch Hersteller haben ein Problem: Techniker fehlen.

Foto © W. ZoreHeimische Hochtechnologie-Firmen wie Infineon (Bild), NXP-Philips und Austriamicrosystems buhlen an Unis um dringend benötigte Mitarbeiter
Spezialisten auf den Gebieten Elektrotechnik und Funkchips haben's derzeit gut, im Süden Österreichs. Gehören sie doch einer heftig umworbenen Berufsgruppe an. So kommt es bei Bewerbungsgesprächen nun zu einer Umkehrung der Vorzeichen - wo es vor allem die Unternehmen sind, die unbedingt im besten Licht dastehen wollen.
Der Hintergrund: In Villach, Klagenfurt und Graz haben sich Unternehmen wie Infineon, NXP (vormals Philips) oder Austriamicrosystems in den letzten Jahren auf dem Gebiet der Funkchip-Entwicklung als Weltmarktführer etabliert. Ob im neuen Reisepass, in der Kreditkarte oder im Airbag eines Autos. Fast überall steckt Technik made in Austria. Wachstumstraten sind enorm, die Firmen bauen kräftig aus, doch ein Bereich bleibt dabei offenbar auf der Strecke: Das Angebot an geeigneten Fachkräften.
Hunderte Stellen zu besetzen. "Wir kämpfen um die besten Köpfe, das spüren wir in letzter Zeit verstärkt", sagt Christiana Zenkl von Infineon. Für die Rekrutierung zuständig, hat sie derzeit alle Hände voll zu tun, Österreichweit rund hundert offene Stellen zu besetzen. Alleine 60 davon fehlen am Hauptstandort Villach. Dringend gesucht: Elektrotechniker, Mechatroniker und Physiker. Vom Niveau her " HTL-Matura aufwärts". NXP indes hat von den 280 Mitarbeitern heuer schon 40 eingestellt. Man sucht jedoch noch weitere hundert.
Nachwuchs "heranzüchten". Bei Infineon arbeiten mittlerweile Menschen aus 38 Nationen. "Es reicht schon längst nicht mehr, in heimischen Gefilden zu fischen", so Zenkl. Dennoch liegt Infineon, NXP und Austriamicrosystems gemeinsam viel daran, dass im Inland nach ihrem Bedarf ausgebildet wird. An der Technischen Uni Graz haben die drei einen Masterstudiengang für analoges Chip-Design auf die Beine gestellt und finanziert. Auch werden Diplomarbeiten und Stipendien vergeben. Zenkl: "Wir suchen Leute abseits der Trampelpfade. Inserieren reicht nicht."
Doch der Mangel an Spezialisten trifft in Kärnten keineswegs nur die Halbleiter-Branche. Der gesamte Bereich der Informationstechnologie ist betroffen. Auch neu gegründete, aufstrebende Kleinunternehmen. Wie etwa die Klagenfurter Software-Firma Trinitec, wo man wegen des mühsamen Rennens um die besten Köpfe sogar Aufträge ablehnen musste.
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Besonders gefragt sind neben Halbleiter-Spezialisten auch Soft- und Hardware-Entwickler, SAP-Supporttechniker und Projektmanager im IT-Bereich.
Auch technische Zeichner, Automatisierungs- und Prozessleittechniker sind äußerst gefragt.














