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Zuletzt aktualisiert: 09.06.2007 um 06:25 Uhr

Adeg will 36 Filialen loswerden

Lebensmittelkette verkauft 50 Prozent ihrer Tochter AGM und 36 selbst betriebene Filialen.

Foto © APA

Das neueste Sonderangebot von Adeg kam nicht als schriller Postwurf in den Briefkasten, sondern landete als förmliches Schreiben der Wiener Wirtschaftskanzlei "enwc" in den Chefetagen diverser Handels- und Cash-und-Carry Ketten. Darin werden 50 Prozent der Adeg Tochter AGM zum Verkauf angeboten. Als zusätzliches Schnäppchen gibt es auch 36 der 104 von Adeg selbst betriebenen Filialen in Österreich zu kaufen.

Eigenständige Filialen. Will Adeg gesundschrumpfen? "Eigenständige Filialen gehörten nie zu unserem Konzept", erklärt Andreas Bachleitner, seit kurzem Co-Vorstand bei Adeg, den Schritt. Elf der 36 angebotenen Filialen stehen in der Steiermark und in Kärnten. Eine steirische Filiale, wo ist noch geheim, soll wegen Unrentabilität gänzlich geschlossen werden. Das Ziel hinter dem Verkauf ist aber nicht nur die Sanierung des Adeg-Konzerns. Insider vermuten, dass Adeg eine neue Marketing-Offensive starten will: Vor kurzem wurde ein neues, aber noch wenig bekanntes Logo präsentiert. "Unser Ziel ist es, den selbständigen Kaufmann stärker zu fördern", gibt Bachleitner die Losung aus, mit der man im nächsten Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben möchte. 2005 schrieb man 16 Millionen Euro Verlust, verursacht vor allem durch eigene Filialen.

Neuer Rewe-Deal? Ob er einen Lieblingskäufer für die Anteile an der AGM hat - dieser wäre dann ja Partner der Adeg - , wollte Bachleitner im Gespräch mit der Kleinen Zeitung nicht sagen. Viele rechnen aber damit, dass die Rewe Gruppe (Billa, Merkur, Penny) über das deutsch-schweizerische Joint Venture Podrega noch mehr Einfluss auf Adeg gewinnen möchte. Rewe-Konzernsprecherin Corinna Tinkler wollte zum Verkauf der AGM-Anteile gestern noch keine Stellungnahme abgeben. Ausgeschlossen werden kann mit ziemlicher Sicherheit, dass sich Spar an den AGM-Standorten beteiligen will. Eine Cash-und-Carry Schiene kommt für Spar wohl kaum in Frage. Adeg könnte mit dem Verkauf der AGM-Teile, vor allem aber mit dem Rückzug aus den Filialgeschäft, Sympathiepunkte bei den selbständigen Einzelhändlern sammeln. Wenn sich der Konzern auf seine Stärken - Logistik und Marketing - beschränkt, würden sich, so hofft man, wieder mehr kleine Händler unter dem Markendach sammeln.

THOMAS CIK

KLEINE.tv

 

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