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Zuletzt aktualisiert: 09.05.2007 um 20:27 Uhr

Mit Risiko ins hohe Alter

In Diex wurden ethische Aufgaben bei Geldanlagen diskutiert.

Foto © AP

Die Deutschen, Österreicher und Italiener veranlagen sehr wenig in Aktien und werden daher in Armut oder bei Brot und Olivenöl ihre Pension verbringen. Mit dieser These provozierte Jörg Finsinger, Professor an der Uni Wien, beim Finance & Ethics Kongress zum Thema "Risiko" in Diex.

In Würde. Die vernünftigen Angelsachsen und Iren würden das Alter in Würde verbringen, weil sie schon länger ihre Altersvorsorge mit Aktien finanziert hätten. Unser Staat zwinge den Bürger, sein Geld den Pensionsversicherungen zu überlassen, die das Geld nur in reglementierter Form anlegen dürften. Staatliche Vorschriften für die Anlage von "Pensionskapital" müssten daher offener gestaltet werden.

Gleichnis. Bischof Alois Schwarz zitierte ein Gleichnis: Man solle ein Talent (Geldwährung), das einem zur Aufbewahrung übergeben wird, nicht vergraben, sondern anlegen, damit man es vermehre oder zumindest Zinsen erziele. Bei der Anlegung von Fonds für Priester ohne staatliche Pensionsvorsorge handle die Kirche nach ethischen Kriterien. Sie verfolge eine konservative Strategie mit einer Aktienquote von maximal 30 Prozent, Investitionen in Hedge Fonds seien aus ethischen Gründen ausgeschlossen.

Risiken. Hedge Fonds bergen versteckte Risiken. Daher solle ein verantwortungsbewusster Hedge Fonds-Manager alle Risiken aufspüren und sie dem Investor transparent machen, meinte Uni-Professor Gerhard Larcher. "Weil Risiken oft nicht berechenbar sind und Kosten verursachen, werden sie anderen aufgebürdet", erklärte Uni-Professor Karlheinz Brodbeck aus Würzburg. Das seien die ethischen Kosten des Risikos. Das Streben nach Rendite erzeuge für die anderen ein Risiko. Viele Risiken sieht Brodbeck als Folge einer Ungleichverteilung von Information. "Die Bereitstellung von Wissen wird zur ethischen Aufgabe."

Sicherheit. "Sicherheit müssen wir uns einreden, um sicher zu sein", beleuchtete Peter Heintel, Uni-Professor in Klagenfurt, das Thema "Risikobewältigung" von der psychologischen Seite. Ein Beispiel: 90 Prozent der Autofahrer gehören ihrer Einschätzung nach zu den besten zehn Prozent. Sich versichern zu wollen, sei uralte Magie. "Man bringt ein Opfer, damit das nicht eintritt, wovor man sich fürchtet."

ELKE FERTSCHEY

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