Dramatisch: 300.000 Haushalte in Österreich verschuldet
Die Zahl zahlungsunfähiger Personen steigt immer stärker an. Regierung will nun die Notbremse ziehen und den Privatkonkurs für Schuldner erleichtern.

Foto © APA
Die Verschuldung privater Haushalte steigt in
Österreich dramatisch an. Derzeit sind 300.000 Haushalte in
Österreich überschuldet, betonte Sozial- und
Konsumentenschutzminister Erwin Buchinger am Donnerstag bei einem
gemeinsamen Pressegespräch mit Justizministerin Maria Berger im
Rahmen der Wilhelminenberg Gespräche.
Konkurs. Der 1995 eingeführte Privatkonkurs, bei dem sich Private innerhalb
von sieben Jahren im Rahmen eines Schuldenregulierungsverfahrens
entschulden können, sei ein "Meilenstein" der Konsumenten- und
Sozialpolitik, so Buchinger. Allerdings können nach der derzeitigen
Rechtslage nicht alle Schuldner davon profitieren. Buchinger und
Berger wollen bis Mitte dieser Legislaturperiode den Zugang zum
Privatkonkurs erleichtern, so dass auch sozial Schwache in der Lage
sind, schuldenfrei neu anzufangen.
Probleme. Derzeit gebe es für einkommensschwache Personen noch erhebliche
Probleme beim Zugang zum Privatkonkurs, so Buchninger. Laut einer vom
Konsumentenschutzministerium in Auftrag gegebenen Studie scheitern
fast 13 Prozent der Schuldner an der Mindestquote von 10 Prozent.
Einige schaffen den Privatkonkurs nur durch die Zahlungen aus dem
Existenzminimum oder nur mit Hilfe Dritter. Hier gebe es "dringenden
Handlungsbedarf", so Buchinger.
Features
Fakten
Seit der Einführung des Privatkonkurses in Österreich wurden
30.000 Verfahren eröffnet.
Im Jahr 2006 gab es 6.300 Verfahren, im
Schnitt lag die Verschuldung bei 63.565 Euro.
Allein im ersten
Quartal 2007 wurden 2.100 Privatkonkurse beantragt.
Insgesamt gibt es
rund 300.000 überschuldete Haushalte.
Der "durchschnittliche" Schuldner ist zwischen 30
und 40 Jahre alt und männlich.














