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    Zuletzt aktualisiert: 18.04.2013 um 22:28 UhrKommentare

    Sonnenstrom steuert auf Marktreife zu

    Die Preise für die Module haben sich seit 2008 mehr als halbiert. Damit rückt das Ende staatlicher Förderungen in Sichtweite.

    Fotovoltaikanlage

    Foto © APFotovoltaikanlage

    Sie schmelzen wie Butter in der Sonne: Die Preise für Fotovoltaikanlagen kennen seit Jahren nur noch eine Richtung - steil nach unten. Allein im vergangenen Jahr haben sich die durchschnittlichen Systemkosten für eine 5-Kilowatt-Anlage in Österreich um ein Viertel reduziert. Heute kommt eine Fotovoltaikinstallation im Schnitt weniger als halb so teuer wie noch im Jahr 2008 (siehe Grafik).

    Entsprechend verschlankt haben sich auch die Fördertarife für den Sonnenstrom. Anlagen mit mehr als fünf Kilowatt Leistung kommen heute mit 18,12 Cent je eingespeister Kilowattstunde Strom aus. Vor fünf Jahren gab es mit 40 Cent noch mehr als doppelt so viel. Bei den kleineren Anlagen ist die Investitionsförderung allein in den vergangenen drei Jahren von 1300 auf 300 Euro je installiertem Kilowatt Leistung abgeschmolzen. Zusätzlich ist auch die Doppelförderung aus Bundes- und Landesmitteln gestrichen. "Wir gehen aber trotzdem davon aus, dass sich die Investition in eine Anlage rechnet", sagt Hans Kronberger, Präsident des Dachverbands Photovoltaic Austria.

    Die meisten Bundesländer haben ihre Fotovoltaik-Förderaktionen ohnehin bereits eingestellt. Ausnahmen sind die Steiermark und Wien, wo sich Interessierte nun zwischen den Bundes- und den Landesgeldern entscheiden müssen. Schon in ein bis zwei Jahren werde sich die Fotovoltaik in Österreich gänzlich ohne Fördermittel rechnen, ergab im Vorjahr das EU-Forschungsprojekt "PV-Parity". Bei geschickt geplanten Anlagen in guter Lage ist das bereits heute der Fall.

    Verantwortlich für den gewaltigen Preissturz sei zum Teil die Massenproduktion an Modulen und die Professionalisierung im Montagebereich, sagt Hubert Fechner von der Technologieplattform Fotovoltaik an der Fachhochschule Technikum in Wien. "Zum anderen haben die Chinesen mit massivem Preisdumping den europäischen Markt erobert."

    Diesen Faktor haben vor allem die deutschen Modulhersteller schmerzhaft zu spüren bekommen. Kaum ein großer Fotovoltaikkonzern hat den (staatlich subventionierten) Preishammer aus dem Reich der Mitte überlebt. Einstige Branchenführer wie QCells, Solon, Solarhybrid oder Solar Millennium schlitterten in den vergangenen beiden Jahren in die Pleite. Inzwischen schreiben sogar die chinesischen Solargiganten selbst rote Zahlen. Noch heuer will sich die EU nach US-Vorbild auf Importzölle für die Module aus China festlegen.

    Das könnte die Fotovoltaikpreise in Europa wieder steigen lassen. "Eine dramatische Entwicklung nach oben ist aber nicht zu erwarten", sagt Fechner. Noch deutlich billiger als heute könnte die Fotovoltaik in wenigen Jahren werden. Neue Technologien wie Dünnschichtmodule haben das Potenzial, die Preise erneut tief nach unten stürzen zu lassen.

    GÜNTER PILCH

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