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    Zuletzt aktualisiert: 14.02.2013 um 19:27 UhrKommentare

    Gottfried Haber: "Kärnten braucht wieder Stabilität"

    Professor Gottfried Haber spricht im Kleine Zeitung-Interview darüber, dass er heuer keine Knalleffekte mehr erwartet.

    Gottfried Haber beim Konjunkturforum in Velden

    Foto © KKGottfried Haber beim Konjunkturforum in Velden

    Sie sind ein unerschütterlicher Optimist. Trifft das auch auf Ihre Prognosen für 2013 zu?

    GOTTFRIED HABER: Für 2013 bin ich positiv gestimmt. Ich rechne mit einem realen Wachstum von einem Prozent. Mehr kann man in der Situation nicht erwarten. 2014 könnten wir bis auf zwei Prozent Wachstum kommen.

    Was macht Sie so sicher?

    HABER: Österreich schwimmt im internationalen Umfeld mit und da geht es langsam wieder aufwärts. Die heimische Wirtschaft ist vom Export getrieben. Der Weg, an dem sich die Trendwende abzeichnet, ist noch vernebelt. Eines ist aber sicher: Die großen Abstürze sind verdaut. Knalleffekte erwarte ich mir keine mehr.

    Wie kann sich Kärnten in dem Szenarium behaupten?

    HABER: In einer Umfrage haben sich die Unternehmer skeptisch gezeigt, was die Auslastung ihrer Unternehmen betrifft. Interessant ist aber, dass die Erwartung in die eigene Branche besser ist, als in die Gesamtwirtschaft.

    Kärnten hat eine hohe Arbeitslosenquote, doch an den gut ausgebildeten Fachkräften mangelt es.

    HABER: Eine spürbare Bewegung auf dem Arbeitsmarkt ergibt sich erst bei einem Wachstum von drei Prozent. Qualifizierte Arbeitskräfte sind für Kärnten ein Langzeitthema. Kurzfristig erwarte ich keine Trendumkehr.

    Beunruhigt es Sie, dass so viele junge Menschen mangels Arbeitsplätzen Kärnten verlassen?

    HABER: Ganze Arbeitsgruppen zerbrechen sich die Köpfe, wie man die klugen Köpfe an Kärnten binden, bzw. wie man sie nach einem Studium wieder zurückholen kann. Wir brauchen schon deshalb gute Leute, um den Standort für notwendige Ansiedlungen attraktiv zu halten. Wenn die Bevölkerung schrumpft, können Stellen nicht mehr besetzt werden, das hat eine schrumpfende Wirtschaft zur Folge.

    Wo orten Sie die Stärken?

    HABER: Im Bereich erneuerbare Energie. Auch der Alpe-Adria-Raum birgt ungenützte Chancen.

    Das Image Kärntens hat in den letzten Jahren gelitten. Wie sehr ist die Wirtschaft davon betroffen?

    HABER: In den Umfragen ist das Image ein Topfaktor. In der Realität aber kaum ein Hemmnis. Es ist die Aufgabe der Politik, für stabile Verhältnisse zu sorgen. Kärnten muss wieder positive Schlagzeilen machen.

    ELISABETH TSCHERNITZ-BERGER

    Konjunkturforum

    Das Konjunkturforum von Raiffeisen und der "Kleinen Zeitung" findet am 21. Februar ab 15 Uhr im Casineum Velden statt. Professor Gottfried Haber ist Hauptreferent der Veranstaltung.

    Anmeldungen unter www.raiffeisen.at/ktn, Tel. 0664-627 20 61

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