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    Zuletzt aktualisiert: 14.02.2013 um 20:15 UhrKommentare

    "Blumau ist ein reines Ökoprojekt"

    Spar-Chef Gerhard Drexel über Razzien, Sonntagsöffnung und die gute Jahresbilanz. Kritikern des Frutura-Glashausprojekts in Bad Blumau wirft er Unsachlichkeit vor.

    Spar-Chef Gerhard Drexel

    Foto © SparSpar-Chef Gerhard Drexel

    Wie war für Sie die Durchsuchung der Sparzentrale durch die Bundeswettbewerbsbehörde?

    GERHARD DREXEL: Unaufgeregt, kooperativ, ohne negative Emotionen. Vor uns haben ja schon Rewe Austria, Sutterlüty, M-Preis und rund 15 Hersteller vor allem aus der Bier- und Molkereibranche Besuch von der BWB bekommen.

    Die Arbeiterkammer vermutet einen Zusammenhang mit dem Österreich-Preiszuschlag.

    DREXEL: Derartige Preisvergleiche sind unrichtig, weil methodisch falsch. Es werden nur Normalpreise verglichen, Aktionspreise völlig ignoriert. In Österreich spielen aber Aktionspreise wie 1+1 gratis, 50 Prozent-Rabatt und ähnliches eine sehr große Rolle.

    Können Sie Ihre frischen Bilanzzahlen in nur drei Sätzen ausdrücken? Was ist das Wichtigste?

    DREXEL: Wir haben in Österreich und allen fünf Auslandsmärkten den Umsatz gesteigert, zum Teil sogar deutlich. Eine Sensation ist aus meiner Sicht, dass wir alleine in Österreich 1000 neue Arbeitsplätze geschaffen haben. Drittens: Wir konnten auch unser Konzernergebnis verbessern.

    Spüren Sie irgendwo die Krise?

    DREXEL: Vereinzelt noch in Osteuropa. Ungarn erholt sich, Nachwehen gibt es in Slowenien.

    Welche Rolle spielen die Eigenmarken inzwischen bei Spar?

    DREXEL: Von 2007 bis 2012 ist der Umsatzanteil unserer Spar-Eigenmarken von 25 Prozent auf 37 Prozent gestiegen. Wir decken mit unseren Eigenmarkenlinien ganz konkrete Kundenbedürfnisse ab. Der Anspruch, deutlich billiger zu sein als Herstellermarken, macht einen großen Teil unseres Erfolgs aus. Entscheidend ist die klare Positionierung.

    In England entfällt schon die Hälfte des Umsatzes im Lebensmitteleinzelhandel auf Eigenmarken. Ist das für Sie ein Ziel?

    DREXEL: Wir haben uns nie Grenzen im Kopf gesetzt. Es sind die Konsumenten, also unsere Kunden, die durch ihren Einkauf darüber entscheiden.

    Wenn der Konsument die Trends setzt, welche sind das in den nächsten Jahren?

    DREXEL: Regionale und lokale Produkte werden immer wichtiger. Das Thema Convenience (Anm. bequeme Zubereitung) geht jetzt richtig los. Sehr gefragt sind besonders gesunde und Premium-Lebensmittel. Generell geht es darum, immer mehr Produkte aus Österreich zu bekommen, wenig zu importieren.

    Was sagen dazu große internationale Markenhersteller wie beispielsweise Dr. Oetker?

    DREXEL: Diese wären gut beraten, wieder Werke hier zu eröffnen. Wir versuchen, Produktionen nach Österreich zurückzuholen, wo es nur möglich ist. Zehn Jahre lang gab es keine Speiseeisproduktion mehr im Land. Uns ist es 2012 gelungen, mit der steirischen Firma Valentino in Deutschlandsberg wieder einen österreichischen Produzenten zu etablieren, der exklusiv für uns 25 Sorten Eis herstellt. Noch ein Beispiel: Seit Ende des Zweiten Weltkrieges wurden in Österreich keine Linsen mehr angebaut. Wir haben Landwirte gewonnen, die jetzt exklusiv für uns unter der Marke Spar Vital Linsen anbauen.

    Warum exklusiv?

    DREXEL: Wir geben Abnahmegarantien zu vereinbarten Einkaufspreisen. Das ist für beide Seiten sehr berechenbar.

    In der Steiermark schlägt Ihnen derzeit massive Kritik wegen des geplanten Glashaus-Projekts von Frutura in Bad Blumau entgegen. Das dort gezogene Gemüse würde auch Spar exklusiv verkaufen.

    DREXEL: Wir wundern uns sehr über diese Kritik. Über 50 Prozent des Gemüsebedarfs muss jährlich importiert werden, zum Teil aus anderen Kontinenten. Durch dieses Projekt kann auch im Winter regionales, steirisches Gemüse angebaut werden - und das allein mit der Energie der Geothermie. Es ist ein reines Ökoprojekt. Kein steirischer Gemüsebauer muss deshalb um seinen Absatz fürchten - wir können gar nicht genug heimisches Gemüse bekommen.

    Einige Kritikpunkte betreffen die Größe des Projekts, den enormen Wasserbedarf und Verkehr.

    DREXEL: Man muss von Anfang an vernünftige Strukturen schaffen. Dem Wasser wird nur Wärme entzogen, jeder Liter wird im Gegensatz zu den Thermen wieder in den Untergrund rückgeführt, die Wasserressourcen bleiben zur Gänze erhalten. Leider lügen die Gegner, was das Zeug hält.

    Themenwechsel: Spar hat immer mehr Standorte, die sonntags öffnen, worüber sich Richard Lugner heftig aufregt, weil er auch aufsperren will. Sie waren früher doch auch gegen die Sonntagsöffnung?

    DREXEL: Grundsätzlich sind wir für den verkaufsfreien Sonntag, weil er für Tausende Verkaufsmitarbeiterinnen eine wohltuende "Verlangsamungskonstante" bedeutet. Aber wir wären schlecht beraten, die Ausnahmen, die der Gesetzgeber für Sonderstandorte ermöglicht, nicht zu nutzen.

    INTERVIEW: CLAUDIA HAASE


    FAKTEN

    Umsatz: Plus 3,8 Prozent auf 5,56 Milliarden Euro in Österreich, in der Gruppe plus 3,5 Prozent auf 12,58 Milliarden Euro.

    Investitionen: 2013 rund 450 Millionen Euro, davon gut 80 Millionen in ein neues Zentrallager in Ebergassing, Niederösterreich.

    Wachstumstreiber: Spar zufolge ist das Wachstum in Österreich über alle Ladentypen gut verteilt. Besonders expandiert wird derzeit bei Betriebstypen mit längeren Öffnungszeiten wie Tankstellen.

    Mitarbeiter: Rund 74.000 in allen Ländern, das sind neben Österreich Kroatien, Slowenien, Ungarn, Italien und Tschechien. Rund 37.400 Mitarbeiter sind in Österreich beschäftigt

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