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    Zuletzt aktualisiert: 01.02.2013 um 21:34 UhrKommentare

    Jetzt müssen Jobs gekauft werden

    Über 400.000 Menschen waren im Jänner ohne Job. Kärnten muss mit der höchsten Arbeitslosenquote leben. Kärntner Arbeitsmarktservice kümmert sich jetzt vor allem um Jugendliche.

    Foto © APA/AMS/Fotolia

    Der Jänner ist traditionell ein Monat steigender Arbeitslosigkeit, so schlimm wie heuer war es aber schon lange nicht mehr. Die schwache Konjunktur und das Winterwetter haben die Arbeitslosenzahlen österreichweit nach oben schnellen lassen. Damit waren 410.662 Österreicher ohne Job - um 6,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote lag bei 9,1 Prozent.

    In Kärnten waren im Jänner 33.696 Menschen ohne Job, das sind um 6,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt jedoch mit 13,4 Prozent weit über dem Österreichschnitt. Die offenen Stellen sind in Kärnten um dramatische 17,7 Prozent auf 1050 Stellen gesunken.

    Relativ flach gehalten werden konnte die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen (3991 ohne Job, plus 6,8 Prozent) und bei den Langzeitarbeitslosen über zwölf Monaten mit (754, plus drei Prozent).

    Menschen in Bewegung

    "Wir bemühen uns sehr, die Menschen in Bewegung zu halten, damit sie ihre Arbeitsfähigkeit nicht verlieren", erklärt der Leiter des Kärntner Arbeitsmarktservice, Franz Zewell, warum es bei den Problemgruppen keine stärkeren Einbrüche gibt. "Wenn wir zu wenig Arbeit haben, kaufen wir sie zu." So sind rund 700 Menschen in gemeinnützigen Projekten bei Gemeinden und Vereinen untergebracht. Das Erfreuliche: 40 Prozent können im Laufe eines Jahres in den ersten Arbeitsmarkt wechseln.

    Auch um Jugendliche kümmert sich das AMS Kärnten in besonderer Weise. 40 Prozent des Budgets - das sind rund 25 Millionen Euro - werden für deren Schulungen aufgewendet, heuer sogar 27 Millionen Euro. Zewell verteidigt jeden Cent: "Es ist unsere wichtigstes Anliegen, den Jugendlichen eine Chance zu geben." Lehrstellen, Schulungsplätze und Weiterbildungsmaßnahmen in EDV, Fremdsprachen Kommunikation, Metalltechniken und Persönlichkeitsbildung stehen am Programm, um die Jugendlichen von der Straße fernzuhalten.

    Verdrängung aus Osten

    Obwohl der Tourismus momentan in den Kärntner Skigebieten brummt, ist dort die Arbeitslosigkeit mit fast 3000 Menschen (7,4 Prozent) vergleichsweise hoch. "Hier macht sich der Verdrängungswettbewerb mit Arbeitskräften aus den neuen Beitrittsländern bemerkbar", weiß Zewell. 40 Prozent mehr Mitarbeiter aus den Oststaaten waren im Jänner österreichweit gemeldet. Die Hälfte sind Ungarn.

    Die große Sorgenbranche ist nicht so sehr das Baugewerbe, wo in Kärnten 6620 Menschen ohne Job waren (plus 6,4 Prozent), sondern der Metall- und Elektrobereich. Hier beträgt der Anstieg der Arbeitslosigkeit 21,5 Prozent. In dieser enormen Zahl sind auch die Leiharbeiter versteckt, die zurzeit reihenweise ihre Jobs verlieren. "Sie gelten als Manövriermasse, wenn die Konjunktur wieder anspringt", sagt Zewell.

    Und das wird sie demnächst, darüber sind sich alle Wirtschaftsexperten einig. Auch Zewell sieht einen Silberstreif am Horizont. "Die Beschäftigung ist gar nicht schlecht. Wir sind nur einen Prozentpunkt vom Höchststand Ende Jänner 2008 entfernt. Der Motor läuft wieder an", gibt sich der Arbeitsmarkt-Experte betont optimistisch. Bis der Funke auch auf den Arbeitsmarkt überspringt, wird es aber noch mindestens zwei Quartale brauchen. Gemeinhin gilt: Ab einem Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent sinkt auch die Arbeitslosigkeit. Für heuer sind 1,2 Prozent prognostiziert - zu wenig für einen nachhaltigen Effekt.

    ELISABETH TSCHERNITZ-BERGER

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