Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 30. Juli 2014 11:08 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Twitter-Aktie steigt trotz Quartalsverlust Steirische Industrie: Abbau bei der Beschäftigung gestoppt Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Wirtschaft Nächster Artikel Twitter-Aktie steigt trotz Quartalsverlust Steirische Industrie: Abbau bei der Beschäftigung gestoppt
    Zuletzt aktualisiert: 21.01.2013 um 21:40 UhrKommentare

    Beim Bäcker Legat ist der Ofen aus

    Die Klagenfurter Großbäckerei Legat ist nach 2011 erneut in die Pleite geschlittert. Am Montag wurde für das Unternehmen der Konkurs beantragt. Für die Mitarbeiter geht es nun um ausständige Zahlungen.

    Finstere Zeiten für die Firma Legat (hier die Produktion): Der Masseverwalter spricht von Schließung oder Teilschließung

    Foto © KLZ/Markus TraussnigFinstere Zeiten für die Firma Legat (hier die Produktion): Der Masseverwalter spricht von Schließung oder Teilschließung

    Am Produktionsstandort der Bäckerei Legat in der St. Ruprechter Straße in Klagenfurt werden Montagnachmittag keine Brote gebacken. Der Raum bei der Arbeiterkammer, in dem die Mitarbeiter des Unternehmens von Gewerkschaftern im Rahmen einer Betriebsversammlung darüber informiert werden, wie es weitergeht, ist hingegen voll, die Stimmung am Tiefpunkt.

    Seit Tagen war klar, dass das nichts mehr werden kann. Lieferanten gaben die Ware zuletzt nur noch gegen Bargeld her. Verkäuferinnen sah man beim gleichgültigen Rauchen vor der Tür. Nun ist der Bäcker Legat endgültig am Ende: Am Montag musste Geschäftsführer Alexander Legat (50) den Gang zum Konkursgericht antreten. 129 Dienstnehmer stehen nun vor dem Nichts. Für sie geht es jetzt vor allem darum, die noch ausstehenden Löhne ausbezahlt zu bekommen. Peter Glawogger von der Produktions-Gewerkschaft und Werner Gansl vom Insolvenzschutzverband für Arbeitnehmer lassen die Mitarbeiter der Bäckerei Zettel ausfüllen. Jeder soll reinschreiben, wie viel er noch zu bekommen hat. Hinter verschlossenen Türen erfahren die Arbeitnehmer, was sie zum Teil ohnehin schon längst wissen. Das Unternehmen hat einen Schuldenberg von 9,7 Millionen Euro angehäuft. Es steht bei 342 Gläubigern in der Kreide. Demgegenüber besitzt Legat Vermögenswerte von nur 1,4 Millionen Euro - und selbst diese Summe basiert auf einer Schätzung.

    Die Pleite ist aufgewärmt. Schon vor einem Jahr war das Unternehmen, das im Besitz der Brüder Alexander und Bernd Legat sowie der Neptun Invest und der Karawanken Holding (beide mit Sitz in Den Haag) steht, sanierungsreif. Der Plan, 30 Prozent der Schulden binnen zwei Jahren zu tilgen, wurde angenommen. Tatsächlich gezahlt hat Legat bisher aber nur knapp zehn Prozent. "Jetzt wären wieder 500.000 Euro fällig gewesen, doch das Geld war nicht da", sagen die Kreditorenschützer Arno Ruckhofer vom AKV und Barbara Wiesler-Hofer vom Kreditschutzverband von 1870.

    Die Hoffnung, das alte und mit Pfandrechten belastete Firmengelände im Klagenfurter Stadtteil St. Ruprecht zu verkaufen, zerstreute sich: Niemand will es haben. Auch die vom Ex-Geschäftsführer Gunter Gröss (45) versprochene Kapitalzufuhr wurde nie überwiesen, denn Gröss, der als großer Sanierer gekommen war, verabschiedete sich im Dezember. Von Re-Organisation keine Spur. Ruckhofer sagt: "Es kommt eine Betriebsschließung." Insolvenzverwalter ist wie schon im ersten Verfahren Herbert Felsberger. Ob er zumindest eine Teilschließung beantragen wird, entscheidet sich am Dienstag. Bei der Betriebsversammlung erklären die Vertreter der Gewerkschaft den Mitarbeitern, dass "ganz normale Arbeitstage" bevorstehen. Vorerst wird also weitergebacken. Dass die Stornierung des Auftrages von Lidl zur Pleite geführt hat, glauben Experten nicht. Lidl bäckt schon seit geraumer Zeit zu 80 Prozent nur noch Tiefkühlware auf. Und die Beteiligungen von Land Kärnten und Stadt Klagenfurt? Sie sind verloren.

    Soforthilfe für Mitarbeiter

    Den 129 Arbeitnehmern wird nun eine "Überbrückungshilfe" zur Seite gestellt. Am Dienstag gaben Landeshauptmann Gerhard Dörfler und Sozialreferent Christian Ragger bekannt, jedem betroffenen Mitarbeiter eine Soforthilfe von bis zu 2000 Euro zuzusichern. Dafür werde der Fonds "Hilfe in besonderen Lebenslagen" geöffnet. Die Mitarbeiter können ab sofort beim Sozialreferat eine Akonto-Zahlung auf ihre ausstehenden Gehälter beantragen, so Ragger. Die Vorauszahlung werde mit dem Insolvenzfonds gegenverrechnet.

    EVA GABRIEL, ASTRID JÄGER/Red.

    Daten & Fakten

    Die Stadt Klagenfurt hat 2008 rund 400.000 Euro in die Bäckerei gesteckt.

    Das Land Kärnten hat 600.000 Euro an Haftungen ins Unternehmen gepumpt.

    Die (Steuer-) Gelder sind durch die neuerliche Pleite verloren.

    Mehr Wirtschaft

    Mehr aus dem Web

      KLEINE.tv

      Konsumstimmung im Sommer steigt

      Steigende Einkommen, gute Konjunktur und der deutsche Fußball-WM-Triumph...Noch nicht bewertet

       


      Kleine Zeitung Akademie

      Wissen für Leser: Die Kleine Zeitung Akademie bietet Ihnen ein vielfältiges Angebot an Seminaren und Veranstaltungen zu den Themen Journalismus, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Proftieren auch Sie vom Know-how unserer Mitarbeiter!

       

      Wirtschaft-Fotoserien

      Dubai plant weltgrößtes Einkaufszentrum 

      Dubai plant weltgrößtes Einkaufszentrum

       

      Lebe deinen Plan!



      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!