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Zuletzt aktualisiert: 19.01.2013 um 20:15 UhrKommentare

Schintlmeister: Ein Nomade, der in Klagenfurt landete

Ein Salzburger Vielflieger macht sich sesshaft: So will Max Schintlmeister dem Flughafen Klagenfurt Auftrieb geben.

Er soll dem Klagenfurter Flughafen neuen Schub geben: Salzburger Max Schintlmeister

Foto © KLZ/Erich VarhEr soll dem Klagenfurter Flughafen neuen Schub geben: Salzburger Max Schintlmeister

Sicher gelandet ist Max Schintlmeister am Klagenfurter Flughafen. Seit Jahresbeginn leitet der 41-jährige Salzburger den kleinsten Airport Österreichs, der 2012 nur 290.000 Passagiere abfertigte. Die Nachbarflughäfen stutzen Klagenfurt die Flügel; ehe der Airport gänzlich flügellahm wird, wurde nun der Manager getauscht.

Größer könnte der Gegensatz kaum sein: Hier der Regional-, manche sagen: Provinz-Flughafen, da ein neuer Chef, der rund um den Erdball jettet. Bereits als Kind kannte er den Salzburger Tower wie seine Westentasche: Sein Vater war in leitender Funktion bei der Austrocontrol beschäftigt. Ferialjobs beim Salzburg-Airport folgten - "den Plan, am Flughafen zu arbeiten, hatte ich dennoch nie". Und Großstädte mochte der HAK-Maturant damals gar nicht: Er studierte in Innsbruck internationale Wirtschaftswissenschaft - "ich hatte Angst vor großen Städten".

Danach war alles anders: Sein erster Arbeitsplatz führte ihn nach Wien-Schwechat. Er lernte die Drehscheibe von der Pike auf kennen, schwitzte etwa beim Flugzeug-Beladen. Danach, als Geschäftsführer eines Wiener Konsortiums zog Schintlmeister nach Berlin, wo er den Hauptstädtern die Privatisierung des Airports schmackhaft machen wollte - inklusive Neubau. Die Wiener kamen nicht zum Zug, der Versuch Berlins, den BER-Airport selbst hochzuziehen, endet in einem Fiasko: "Man hätte eben Profis ranlassen sollen", kann sich Schintlmeister einen Seitenhieb nicht verkneifen.

Berlin selbst hatte es ihm dennoch angetan - er verliebte sich in seine jetzige Frau Helge und in die Stadt. Vor zehn Jahren machte er sich selbstständig - und wurde "unabhängiger Flughafen-Consultant": "Man fängt an, alle Visitenkarten runterzutelefonieren und siehe da: Die Welt hat nicht auf mich gewartet." Doch nach den Mühen der Ebene gelang es doch, abzuheben - Aufträge aus Malta bis Moskau, von Neu-Delhi bis Ecuador, zog er an Land.

Von Berlin siedelte er mit Helge nach Barcelona - ohne Spanisch zu sprechen, in eine Stadt, die er nicht kannte: "Aber ich dachte, da könnte man einmal leben." Von der Katalanen-Metropole aus leitete Schintlmeister gemeinsam mit dem Villacher Thomas Melcher die Entwicklung des "Mobile Terminals".

"Zehn Jahre Nomadentum" reichen ihm nun. Ein Fünf-Jahres-Vertrag bindet ihn an Klagenfurt. Trotz hoher Erwartungen bleibt der Neo-Chef am Boden, will "Grundlagenarbeit machen, forschen, wo es Nischen gibt".

Der Flughafen soll kundenfreundlicher werden, Charterflüge sind ein Muss. "Aber ich kann nicht Linien kaufen, das wäre verbranntes Geld." Concierges, die sich um Passagiere kümmern, sollten den KLU-Passagieren das Gefühl vermitteln, "der Flughafen mag mich". Ob ihm Klagenfurt nicht doch zu provinziell wird? "Nein. Denn wenn ich eine Großstadt haben will, setze ich mich eben in den Flieger."

UWE SOMMERSGUTER

Zur Person

Neo-Direktor. Der Salzburger Max Schintlmeister ist 41 Jahre jung. 1997 startete er, nach seinem Wirtschaftsstudium in Innsbruck, als Management Trainee am Flughafen Wien. Zuletzt leitete er sein Unternehmen "Airport Excellence" und die Kärntner "TMT Management GmbH".

Verheiratet ist Schintlmeister mit der Berlinerin Helge Schintlmeister. Im Februar ziehen beide nach Klagenfurt.

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