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    Zuletzt aktualisiert: 11.01.2013 um 20:29 UhrKommentare

    100 Kunden bangen um ihr Griffner Haus

    Fertighausproduzent ging mit 35 Millionen Euro Schulden in Konkurs. Bauherren stehen mit halb fertigen Häusern da und wissen nicht, wer sie fertig macht. Ihre Anzahlungen sind sie los.

    Was wird aus Griffner Haus? Am Freitag wurde der Konkurs eingebracht - eine der größten Pleiten der letzten zehn Jahre

    Foto © KK/Griffner HausWas wird aus Griffner Haus? Am Freitag wurde der Konkurs eingebracht - eine der größten Pleiten der letzten zehn Jahre

    Rund 100 Kunden sind es, die jetzt mit einem halb fertigen, aber bereits angezahlten Griffner Haus dastehen. Es sind arme Teufel, denn der Produzent ist seit Freitag in Konkurs.

    Satte 35 Millionen Euro Schulden sind laut Arno Ruckhofer vom Alpenländischen Kreditorenverband angelaufen. Dem stehen 14 Millionen Aktiva gegenüber, darunter knapp zwei Millionen Euro Anzahlungen von jungen Bauherren. Doch die Aussichten für die privaten Häuslbauer sind nicht gerade rosig, denn sie werden wie normale Gläubiger behandelt und müssen ihre Forderungen bei Gericht anmelden.

    Ihre Aussichten sind trüb: Ausbezahlt bekommen sie wohl nur noch eine Quote - also einen geringen Teil jener Summe, die sie bereits in ihr neues Eigenheim investiert haben.

    Taube Ohren

    Laut Ruckhofer ist der sogenannte "Vermögensstatus", also das, was von Griffner Haus übrig ist, "unklar und schwer nachvollziehbar". Die markante Betriebsliegenschaft etwa - sie liegt direkt an der Südautobahn - ist mit etlichen Pfandrechten belastet. Es steht also zu befürchten, dass die Aktiva zu hoch bewertet sind.

    103 Angestellte, 37 Arbeiter und zehn Lehrlinge verlieren durch den Konkurs ihren Job. In weiterer Folge trifft die Pleite 100 Saisonarbeitskräfte. Schon seit November, so wird gemunkelt, sollen die Mitarbeiter keinen Lohn mehr bekommen haben. Auch die Gläubigerschar ist groß. Griffner Haus schuldet mehr als 600 Lieferanten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz Geld. Darunter viele regionale Handwerksbetriebe, die jetzt ihren Abnehmer verlieren. Hauptgläubiger ist laut Kreditschützern die Hypo Alpe Adria, die sich aber gut abgesichert habe.

    Es waren wohl ManagementFehler, die das Traditionsunternehmen in eine derartige Schieflage gebracht haben, meinen Insider. Der Wiener Unternehmer Günter Kerbler, der einen 30-prozentigen Anteil an Griffner Haus hält, sprach zuletzt von "Täuschungsversuchen". Spekuliert wird, dass dem Aufsichtsrat gefälschte Bilanzen vorgelegt wurden. Bereits im Oktober 2012 wurde der für die operative Führung zuständige Vorstand fristlos entlassen, ein Prokurist musste im Dezember gehen.

    Zuletzt hat sich Griffner Haus "eingebunkert", niemand ging ans Telefon. Offiziell war "Betriebsurlaub". Eine Zumutung für die Gläubiger, die auf taube Ohren stießen.

    Laut Barbara Wiesler-Hofer vom Kreditschutzverband von 1870 handelt es sich um einen der größten Konkurse in den vergangenen zehn Jahren in Kärnten. Derzeit ist offen, wie es weitergeht. Geplant sei, den Betrieb fortzuführen, der ja jetzt billig zu haben ist.

    Die Marke, die bisher für gutes Design und hohe Ansprüche stand, ist allerdings beschädigt. Erfunden wurde sie 1982 von Ari Griffner, einem Griffner, der früher Adolf Jandl hieß und sich wegen der großen Identifikation mit seinem Produkt umtaufen ließ. Das Unternehmen gilt als Vorreiter in der Branche. Star-Designer wie Matteo Thun entwarfen Griffner Häuser.

    Doch Ari Griffner verkaufte 2005. Den Hauptanteil der Firma übernahm damals Thomas Lenzinger, der Vorstand des Wiener Risikofinanciers Go Equity.

    Ari Griffner lebt heute in Neuseeland - als Privatier.

    EVA GABRIEL

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