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Zuletzt aktualisiert: 03.01.2013 um 05:10 UhrKommentare

Kärnten wird für Italiener immer attraktiver

Kärnten als attraktives Ansiedlungsland für Italiener: Immer mehr oberitalienische Unternehmen sind an einer Betriebs- ansiedlung in Kärnten interessiert. Veneto schlägt bereits Alarm.

Geglückte Betriebsansiedlung von Danieli in Völkermarkt. Geschäftsführer Marco di Giacomo ist zufrieden

Foto © KK/DanieliGeglückte Betriebsansiedlung von Danieli in Völkermarkt. Geschäftsführer Marco di Giacomo ist zufrieden

Kärnten wird als Ansiedlungsland für oberitalienische Unternehmer immer beliebter. So sehr, dass der Präsident der Region Veneto, Luca Zaia, bereits Alarm schlägt: "Wir sind angesichts der Abwanderung unserer Unternehmer nach Kärnten machtlos." Rezession, hoher Steuerdruck und überbordende Bürokratie in Italien lassen viele Unternehmer aus dem Veneto und aus Friaul-Julisch Venetien neidvoll nach Österreich blicken - und durch die Nähe und Bekanntheit vor allem nach Kärnten. Viele von ihnen erwägen ernsthaft eine Standortverlegung. Zaia spricht von 7000, die in den letzten Jahren aus dem Veneto abgewandert seien.

"In Österreich finden die Unternehmen Steuern von 25 Prozent, ein funktionierendes Bankgeheimnis und extreme Entbürokratisierung. Wären wir im Veneto autonom, hätte Kärnten keine Chance", macht Zaia den "Schwarzen Peter" in Rom aus. So wandern jährlich 16 Milliarden Euro an Steuern nach Rom ab.

Enormes Interesse

Die Geschäftsführerin der Entwicklungsagentur Kärnten (EAK) und des KWF, Sabrina Schütz-Oberländer, kann das enorme Interesse der Nachbarn aus dem Süden nur bestätigen. Von den 44 Ansiedlungen, die 2012 realisiert worden sind, sind 20 den Italienern zuzuschlagen. Sie rechnet im ersten Quartal 2013 mit einem massiven Anstieg an Ansiedlungen aus dem Raum Veneto und Friaul. "Das Interesse aus Italien ist im Vorjahr enorm gestiegen. Bis eine Ansiedlung realisiert ist, dauert es eineinhalb bis zwei Jahre", so Schütz-Oberländer. Grundstücke müssen gesucht, Finanzierungen fixiert und das Arbeitskräftepotenzial ausgelotet werden. Heuer werden 60 Prozent der Ansiedlungen in Kärnten von Italienern stammen.

Durch die zahlreichen Standortpräsentationen hat sich Kärnten als Ansiedlungsland bereits einen exzellenten Namen in Oberitalien gemacht. Mittlerweile braucht die EAK nicht mehr offensiv in Italien zu werben, die interessierten Italiener kommen nach Kärnten. Wie Anfang Dezember, als das Ziel von 60 italienischen Unternehmern nicht der Christkindlmarkt in Klagenfurt war, sondern eine private Standortpräsentation der EAK.

Bei der Unterzeichnung des "Euregio-Vertrages" im November in Venedig mit Renzo Tondo (Regionschef von Friaul-Julisch Venetien) und Luca Zaia war die Abwanderung nach Kärnten beherrschendes Thema. "Kärnten wird nicht als Feind angesehen. Der Feind sitzt in Rom", sagt Landeshauptmann Gerhard Dörfler. Durch die Nähe, die Sicherheit und die guten Kontakte sei das südliche Bundesland die erste Anlaufstelle der Italiener. "Kärnten ist in Oberitalien medial omnipräsent", meint Dörfler. Auch die intensive Bemühung um die Baltisch-Adriatische Achse habe Kärnten große Sympathien in Italien eingebracht.

ELISABETH TSCHERNITZ-BERGER

Kommentar

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Nortec erzeugt in Villach Ketten für Schneeschuhe, im Moment sind vier Mitarbeiter tätig, die Firma soll ausgebaut werden.

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