Mächtiger Internetkonzern, der nicht "böse" sein will
Google hat das Finden zum Geschäft gemacht. Wer gefunden werden will, muss sich daher arrangieren. Von Roman Huber.

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"Sei nicht böse!" - so lautet das Firmenmotto von Google. Nach außen betont der Konzern stets, wie transparent man arbeite. Google weißt sogar auf Seiten hin, die von Regierungen entfernt wurden.
Die Schoten sind dicht
Geht es jedoch um technische Transparenz, macht Google die Schoten dicht. Niemand weiß genau, wie die Suche funktioniert - nur wenige Kriterien sind bekannt. Eines ist die Bewertung von Links. Eine Webseite, auf die oft verwiesen wird, ist mehr wert als eine andere. Ausgedrückt wird das im "PageRank". Im Lauf der Jahre hat der Internetgigant seinen Algorithmus immer wieder geändert, um die Suche zu verbessern.
Und doch kommt es vor, dass Webseiten in der Suche auf die hinteren Seiten verbannt werden. Jüngst geschehen mit myvideo.de, einem Konkurrenten von Googles Videoplattform Youtube. Die Erklärung des Konzerns: Der Algorithmus sei geändert worden. Eine "Suchzensur" wird bestritten. Doch solche "Zufälle" sind sehr beunruhigend, da der Konzern inzwischen eine Fülle an Angeboten hat. Neben der Websuche gibt es einen E-Mail-Dienst, ein Officepaket, fünf Gigabyte Gratis-Speicher im Internet und das soziale Netzwerk Google Plus.
Suche wird persönlich
All diese Dienste dienen vor allem zur Verfeinerung der Suche. Programme durchsuchen die E-Mails und Word-Dokumente nach Schlagworten, Google Plus soll die Ergebnisse für User noch präziser machen. Denn mit der Suche verdient der Konzern Geld. Mittels AdWords können Unternehmen ihre Werbung gewissen Schlagwörtern zuordnen. Die Anzeigen eines Reisebüros erscheinen dann, sobald jemand "Urlaub" sucht. Wenn der User auf die Werbung klickt, klingeln bei Google die Kassen.
Das Unternehmen hat relativ früh erkannt, dass die Suche alleine für die Zukunft nicht ausreichen wird. Und so hat Google 2005 Android und ein Jahr darauf Youtube gekauft und wurde somit zu einem Internet-Total-Anbieter. Genau in dieser Fülle an Diensten sehen Datenschützer das Hauptproblem. Denn wer garantiert, dass Google sich immer an sein Motto "Sei nicht Böse!" halten wird?














