Kelag schreibt Vorstand neu aus
Harald Kogler will sich "wieder bewerben". Für Hermann Egger "ist das nicht aktuell". Es geht um nicht weniger als die zwei höchst-bezahlten Chefposten in Kärnten.

Foto © KK/KoscherHermann Egger und Harald Kogler (rechts)
Große Weichenstellungen bei der Kelag: Es geht um ihre künftige Führung und damit zugleich um die höchstbezahlten Chefposten in Kärnten.
Bereits in den nächsten Tagen wird der Vorstandsposten von Harald Kogler öffentlich ausgeschrieben. Anfang 2013 ist die Ausschreibung des Postens von Vorstandssprecher Hermann Egger fällig.
Bei beiden laufen 2013 ihre Fünfjahresverträge aus - Koglers Periode mit Ende Oktober, Eggers Vertrag mit Ende 2013. Weil die Kelag ein rechnungshofprüfungspflichtiges öffentliches Unternehmen ist, müssen die Top-Posten ausgeschrieben werden. "Das ergibt ich aus dem Stellenausschreibungsgesetz", bestätigt Aufsichtsratschef Günther Pöschl der Kleinen Zeitung.
Für Vorstand Harald Kogler, zuständig unter anderem für die Kelag Wärme und das Marketing, steht mit dem Auslaufen seiner ersten Fünf-Jahresperiode im Kelag-Vorstand fest: "Ich werde mich wieder bewerben."
Hermann Egger, seit 24 Jahren im Kelag-Vorstand und ein Doyen der österreichischen E-Wirtschaft, will zur bevorstehenden Ausschreibung seines Postens hingegen noch nichts sagen: "Ich habe einen laufenden Vertrag. Für mich ist das derzeit nicht aktuell."
Eggers Erfahrung und Techniker-Knowhow sprechen klar für eine Wiederbestellung. Allerdings rückt er nächstes Jahr mit 64 Jahren nahe an die Pensionsgrenze heran. Eine kurzzeitigere Übergangslösung wäre somit denkbar. Der Aufsichtsrat lässt sich nicht in die Karten schauen. Günther Pöschl: "Der Aufsichtsrat muss eine Entscheidung im Sinne der Kelag treffen und er wird das in der ersten Hälfte des Jahres 2013 tun. Die Kelag soll in Kärnten noch stärker ihre Zukunftsfähigkeit im Sinne der Nachhaltigkeit erneuerbarer Energien einbringen."
Der Vertrag des dritten Vorstandes Armin Wiersma wurde schon im Vorjahr verlängert und ist daher kein Thema.
100 Millionen im Jänner
Im Jänner werden übrigens dem Land Kärnten jene 100 Millionen Euro zufließen, die heuer im Sommer der deutsche Energie Konzern RWE für den Kauf von sechs Prozent Kelag-Anteilen bezahlt hat. Das Geld liegt derzeit auf dem Konto der Kärntner Energieholding (KEH), an der das Land Kärnten 51 Prozent und die RWE 49 Prozent halten.
Über die KEH, die 51 Prozent aller Kelag-Anteile besitzt, hat das Land weiterhin das Sagen in der Kelag.
"Die 100 Millionen Euro fließen nicht in das Landesbudget, sondern direkt in den Schuldenabbau des Landes", so Pöschl, der auch KEH-Vorstand ist.
Finanzlandesrat Harald Dobernig (FPK) will die 100 Millionen "zusammen mit 36 Millionen Euro Überschüssen aus den Rechnungsabschlüssen 2010 und 2011 rein zur Schuldentilgung verwenden", um damit den Zinsendienst des Landes zu senken.
Im Herbst von den Parteien noch massiv kritisiert, denken diese nun selbst offen darüber nach, den geschützten Hypo-Zukunftsfonds zur Schuldentilgung des Landes aufzuschnüren.














