Die Krise erfasst Magna
Nach den Kündigungen in Klagenfurt gibt es wieder schlechte News von Magna: Die Luxusmarke Infiniti zieht einen Auftrag zurück. Von Gerhard Nöhrer und Thomas Cik.

Foto © Kleine Zeitung/Erwin Scheriau (Symbolbild)
Die Ankündigung von Magna, im Klagenfurter Werk bis Weihnachten 85 der 150 Mitarbeiter abzubauen, ließ die Wogen hochgehen - nicht nur bei den Betroffenen, die großteils Leiharbeiter sind.
Arbeiterkammer-Präsident Günther Goach will vor allem Magna-Gründer Frank Stronach und seinen politischen Mitstreiter, den Spittaler Bürgermeister Gerhard Köfer, in die Pflicht nehmen. "Köfer schaut tatenlos zu, wie sein Parteichef 80 Mitarbeiter auf die Straße setzt", kritisiert Goach - und blendet dabei aus, dass Stronach bereits 2010 jede Funktion im Magna-Konzern abgegeben hat. Auch BZÖ-Politiker Sigisbert Dolinsek stellt Stronach, die Frage, wo die versprochenen hunderten Arbeitsplätze seien? Er sieht auch Landeshauptmann Gerhard Dorfler gefordert, "sich nicht mit Staatsanwälten, sondern mit Arbeitsplätzen zu beschäftigen." Die Grünen fordern eine durchdachte Ansiedelungspolitik mit einem Fokus auf erneuerbare Energien und Zukunftstechnologien.
Einbruch in der Branche
Doch schon kommt die nächste negative Nachricht für Magna: Der japanischen Luxuswagen-Hersteller Infiniti wird den für 2014 geplanten neuen exklusiven Kompaktwagen nun doch nicht in Graz, sondern im englischen Nissan-Werk fertigen zu lassen.
Magna Europa-Chef Günther Apfalter sprach im März noch von einem "Meilenstein", hätte doch erstmals ein asiatischer Anbieter bei Magna ein Auto entwickeln und bauen lassen.
Die Entscheidung der Japaner, die Wagen in England zu bauen, hat mit den zum Teil dramatischen Absatzeinbrüchen in Europa zu tun, die alle Hersteller zu spüren bekommen. Umso wichtiger wird jetzt der von BMW angekündigte Fertigungsauftrag, der nach Ablauf des Mini-Jobs (2016) das Loch in Graz füllen soll. Auch neue Aufträge für den "G" sollen folgen.














