Drei im Endspurt um Kärntens Manager des Jahres
Erstmals können Kleine Zeitung-Leser online mitstimmen, wer Kärntens Manager des Jahres wird. Arno Sorger (Haslinger Stahlbau), Norbert Lauritsch (Flowserve) und Dieter Jandl (addit) stehen im Finale.

Foto © KLZ/Susanne HasslerDie Jury mit Vorsitzendem Gottfried Haber (rechts) und MC-Chefin Eva-Maria Hoffmann beriet stundenlang
Spannendes Finish bei der Wahl von Kärntens Manager des Jahres 2012. In einer mehrstündigen Marathonsitzung hat die Jury unter Leitung von Gottfried Haber aus einer großen Zahl erstklassiger Bewerber drei Finalisten gewählt. Es sind dies die drei Geschäftsführer Arno Sorger (Haslinger Stahlbau, Feldkirchen), Norbert Lauritsch (Flowserve, Villach) und Dieter Jandl (addit, Klagenfurt).
Wer von ihnen beim Galaabend des Management Clubs Kärnten am 23. Oktober in Velden den begehrten Titel gewinnt, darüber stimmt erst kurz davor die Jury geheim in einer eigenen Sitzung ab. Zum ersten Mal können dabei auch Leser der Kleinen Zeitung online mitstimmen. Eine Woche lang, bis 19. Oktober, können sie auf www.kleinezeitung.at ihre Stimme für einen der Kandidaten abgeben. Das Internet-Voting fließt mit drei Stimmen in die geheime Endabstimmung der Jury, die sieben Stimmen hat, ein.
"Wir wollen gerade jetzt das Positive in Kärnten aufzeigen und erfolgreiche Manager und Unternehmen in den Vordergrund stellen", erklärt Eva-Maria Hoffmann, die Vorsitzende des Management Clubs. Dieser veranstaltet, mit Kleine Zeitung, Wirtschaftskammer und Volksbank GHB Kärnten AG als Partnern, zum vierten Mal die Kür des besten Managers. Oskar Seidler, Franz Mlinar und Walter Wiedenbauer waren bisherige Sieger.
"Die Qualität und Anzahl der Bewerbungen war noch nie so hoch", so MC-Vorstandsmitglied Gottfried Wulz. Von 36 Nominierungen kamen 17 Vollbewerbungen in Begutachtung, streng nach betriebswirtschaftlichem Erfolg, innovativer Leistung, Ausbildung und Frauenquote im Betrieb, sowie gesellschaftlichem Engagement. Dass Managerinnen oder Branchen wie Tourismus nicht ins Finale kamen, erklärte sich zum Teil auch mit der geringen Zahl an Bewerberinnen.
Tür zur Autoindustrie geöffnet
Arno Sorger, langjähriger Prokurist und seit 2010 Geschäftsführer, leitet die Haslinger Stahlbau GmbH, die mit 292 Mitarbeitern in Feldkirchen größter Arbeitgeber im Bezirk ist. Insgesamt führt Sorger 446 Mitarbeiter, Haslinger gehört zu den leistungsfähigsten Stahlbauunternehmen Europas. 2011 gelang dem Unternehmen der Durchbruch in der deutschen Automobilindustrie mit Werkshallen für Daimler, BMW, Opel, Audi. Heuer konnten auch Porsche und VW als Kunden gewonnen werden. Der Umsatz stieg von 66,1 Millionen Euro (2010) auf 87 Millionen (2011) und soll heuer 97,1 Millionen erreichen. Die Exportquote stieg von 64 Prozent im Jahr 2010 auf 76 Prozent im Jahr 2012.
"Der Zutritt zur deutschen Autoindustrie war der richtige Schritt und wirtschaftlich erfolgreich. Aktuell fordert uns die sich verschlechternde gesamtwirtschaftliche Situation heraus. Wir müssen Aufträge absichern, damit wir über Winter voll ausgelastet in das nächste Jahr starten", beschreibt Sorger die akute Anforderung. Die Lage der Finanzmärkte und in Europas Südoststaaten bereite Sorgen. Um dagegenzu- stemmen, habe man den Standort in Feldkirchen maschinell aufgerüstet. "Wir haben auch in die Weiterbildung unserer Techniker und Facharbeiter investiert." Die Lehrwerkstätte mit 42 Lehrlingen und das technische Büro mit 45 HTL-Absolventen sind vorbildhaft.
Texas baut auf Kärntner Können
Norbert Lauritsch führt seit 2007 als Geschäftsführer die Flowserve Control Valves Gmbh in Villach und ist damit Chef von 235 Mitarbeitern. Flowserve, ein Spezialist für Regelventile vor allem für die Petro-Industrie, gehört zu einem US-Konzern mit 17.000 Mitarbeitern mit Sitz in Dallas im US-Bundesstaat Texas. Im Konzern konnte sich Flowserve in Villach als Center of Excellence für Regelventile etablieren und unter anderem eine Produktion von England nach Kärnten verlagern. Der Umsatz, im Jahr 2005 noch bei 24,4 Millionen Euro, erreichte 2011 52,7 Millionen und soll heuer auf 52,7 Millionen steigen. Entsprechend stiegen die Ergebnisse. Der Exportanteil beträgt 90 Prozent.
"Die größte Herausforderung ist derzeit, den Standort Villach gegenüber Billiglohnländern zu behaupten. In Bangalore in Indien wird zu 20 Prozent der Kosten produziert. Wir wollen in Villach weiter wachsen und müssen dem Headquarter in Texas die Vorteile Österreichs erklären", so Lauritsch. Dafür sieht er das Unternehmen auf den Märkten "extrem gut aufgestellt. Wir liefern je zu einem Viertel an Öl- und Gasindustrie, Kraftwerkstechnik, Chemie sowie andere Industrien." Innovation und Ausbildung haben hohen Stellenwert. Ein besonderes Anliegen ist es, Frauen in der Technik zu fördern. "Wir forcieren weibliche Lehrlinge in Maschinenbautechnik."
Bei Cisco hoch angeschrieben
Dieter Jandl ist seit 2008 Geschäftsführer der addIT Dienstleistungen GmbH & Co KG mit 134 Mitarbeitern in Klagenfurt und Villach. Das Unternehmen gehörte zu SBS (Siemens Business Services), das 2011 in den französischen IT-Konzern Atos mit 78.000 Mitarbeitern überging . Innerhalb der Atos ist addIT das führende Competence Center für Cisco Network & Voice. Der Umsatz stieg seit 2010 von 13,5 Millionen Euro auf 15,8 Millionen im Vorjahr, heuer werden 16,9 Millionen erwartet. Auch das Betriebsergebnis stieg an. Die Exportquote kletterte von 13 Prozent (2010) auf 32 Prozent im heurigen Jahr. Für die nähere Zukunft evaluiert man eine Niederlassung in Laibach.
"Aktuell fordert uns die spürbar schlechtere Stimmung heraus, die sich von Europa auch in Österreich und Kärnten niederschlägt", berichtet Jandl. "Wir sind im Konzern einziger Silverpartner von Cisco Systems und versuchen unsere Kompetenz in Kärnten noch weiter zu verbessern", verweist er auf verstärkte Ausbildungsbemühungen. "Dabei haben wir in Kärnten bei ITK, Netzwerkkommunikation und Security einen Wettbewerbsvorteil dank unsere Bildungsstätten wie der HTL Mössingerstraße, der Fachhochschule und der Uni." Bei den Kunden baue man auf drei Säulen: Industrie (Mondi, Pago), Gesundheit (Kabeg) und Verwaltung (Landesregierung).
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Haslinger-Stahlbau-Geschäftsführer Arno Sorger managt 446 Mitarbeiter, davon 292 am Standort Feldkirchen Grafik © Haslinger
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Flowserve-Geschäftsführer Norbert Lauritsch (Mitte) führt 235 Mitarbeiter in Villach Grafik © Flowserve
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addIT-Geschäftsführer Dieter Jandl, Chef von 134 Mitarbeitern in Klagenfurt und Villach Grafik © addIT
Zum Thema
Die Jury
Gottfried Haber, Volkswirtschaftsprofessor an der Donau-Universität Krems (Vorsitz)
Eva-Maria Hoffmann (Hotelierin, Vorsitzende MC-Club Kärnten)
Martin Zandonella (Net4You)
Josef Brunner (Volksbank Kärnten),
Gottfried Wulz (Volksbank Kärnten)
Dietmar Zikulnig (GF "Kleine Zeitung")
Adolf Winkler (CR-Stv. "Kleine Zeitung")














