Schlecker-Nachfolger Dayli: Gerangel ums volle Regal
Der Schlecker-Nachfolger "dayli" kommt noch nicht auf Touren. Zunächst machten die Lieferanten Probleme, dann die Versicherer. Doch noch herrscht Zuversicht und im nächsten Jahr soll es sogar einen optischen Schnitt geben. Von Markus Zottler.

Foto © Kleine Zeitung/Jürgen Fuchs
Fein säuberlich stehen die Produkte nebeneinander im Regal - beinahe liebevoll in exakten Abständen und an die vorderste Kante gedrängt. Dahinter sieht es weniger freundlich aus, eigentlich sieht es nach gar nichts aus. Von vielen Produktklassen gibt es nur ein Stück - neben der einen Dose Gulaschsuppe liegt das einzige Goldbären-Sackerl. "Schön langsam kommen die Produkte", seufzt die Verkäuferin, "aber es geht alles sehr, sehr langsam."
Peter Krammer kennt die Probleme seiner neuen Mitarbeiter, 3500 sind es österreichweit, aufgeteilt auf 900 Filialen (213 in der Steiermark, 85 in Kärnten). Der frühere dm-Manager agiert seit gut zehn Wochen als Geschäftsführer von "dayli" - den Start des Schlecker-Nachfolgers hat er sich wohl selbst einfacher vorgestellt. Zunächst machten die Lieferanten Probleme, dann die Versicherer - die offene Forderungen der Lieferanten nicht mehr versichert haben (Warenkreditversicherungen). Ohne grünes Licht dieser Branche musste "dayli" alle Lieferungen sofort bar bezahlen.
Keine Schlecker-Produkte
"Uns gibt es nicht einmal zehn Wochen", beruhigt Peter Krammer. Mit den Lieferanten sei man sich mittlerweile weitestgehend einig, die von den Versicherern geforderten Bilanzen wird man "auf den Tisch bringen". In zwei Wochen soll zudem die Neuaufstellung der Marke abgeschlossen sein - das Ziel ist es, ein "mitteleuropäischer Nahversorgungskonzern" zu werden, sagt Investor Rudolf Haberleitner. Der Schwerpunkt wird weiter auf dem Verkauf von Drogerieartikeln liegen, aber auch Frischwaren aus dem Nahrungsmittelsektor sollen im Oktober den Weg in die dayli-Filialen finden. "Anton-Schlecker-Produkte wird es keine mehr geben", sagt Krammer. Mit dem in öffentlichen Misskredit geratenen Vorgänger will man nichts mehr zu tun haben. Im nächsten Jahr soll auch ein optischer Schnitt passieren. "Wir werden in bestehende Filialen investieren", heißt es von Krammer. Der Businessplan soll 2016 einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro vorsehen - heuer sind es 400 Millionen.














