Kärntner forschten für Entgiftung
Wie ein Kärntner Industrieller den Gesundheitsmarkt entdeckte: Medizinprodukt soll nach langen Testphasen breit auf den Markt. Auch Milliardär Gaston Glock wollte mitmischen.

Foto © Kleine Zeitung/Helmuth WeichselbraunDas Führungsteam: v. l. Manfred Pesek, Jakob Hraschan und Dieter Maurer. Maschinen wurden eigens entwickelt
Jakob Hraschan ist Vollbluttechniker. Vor zwei Jahren hat der Kärntner sein Unternehmen Austroflex Rohrisolierungssysteme in Gödersdorf in der betrieblichen Hochphase an ein amerikanisches Konsortium verkauft, um mit dem Erlös zu neuen Ufern aufzubrechen.
Er wechselte zwar nur in die gegenüberliegende Firmenhalle, doch zwischen Rohrisolierung und dem Produkt, das er seit sieben Jahren herstellt, liegen Welten. Hraschan produziert in Gödersdorf Medizinprodukte unter der Marke Panaceo.
Der fein gemahlene Zeolith, zentraler Bestandteil von Panaceo, entstand vor vielen Millionen Jahren überall dort, wo flüssige Lava sich mit Meerwasser verbunden hat. Zeolith habe die Eigenschaft, Giftstoffe wie Cäsium, Kadmium und Quecksilber wie ein Schwamm aus dem Körper zu saugen und über den Darm auszuscheiden. Im gleichen Maße gebe es Mineralien wie Magnesium, Kalium und Kalzium ab, so die Panaceo-Erzeuger.
Patente
Hraschans wichtigster Beitrag ist die Entwicklung eines technischen Verfahrens, mit dem die Oberfläche vielfach vergrößert wird. "Durch die Art der Vermahlung erhöht sich die Saugfähigkeit. Das Produkt kann mehr Gifte aufnehmen und abtransportieren", erklärt der Firmenchef. Die Maschinen hat er mit seinem Team selbst entwickelt und zum Patent angemeldet.
Böse Radikale
Aus dem Techniker ist längst ein überzeugter Anhänger komplementärer Medizin geworden, der auf positive Rückmeldungen verweist. Ärzte würden Panaceo nicht nur im Kampf gegen Gifte und freie Radikale anwenden, sondern vor allem bei Chemo- und Strahlentherapien. Die Onkologin Ilse Triebnig konzediert dem Produkt weniger Nebenwirkungen bei Chemo-Behandlungen. "Wir haben viele Millionen in die Forschung gesteckt. Panaceo ist hundertfach von Universitäten, Ärzten und dem TÜV geprüft", sagt Biotechniker und Co-Geschäftsführer Dieter Maurer.
Panaceo, das vor allem von Ärzten vertrieben wird, soll jetzt im großen Stil auch in Deutschland und in der Folge in den Vereinigten Staaten vermarktet werden. Das wirtschaftliche und medizinische Potenzial hat auch den Kärntner Waffenproduzenten Gaston Glock auf den Plan gerufen, der die Firma übernehmen wollte - ohne Erfolg.
Mittlerweile werden rund zehn Panaceo-Produkte von 25 Mitarbeitern hergestellt - das jüngste für Sportler, das Leistungssteigerungen von bis zu elf Prozent versprechen soll, und von der Antidopingbehörde toleriert werde. "Wir haben noch freie Kapazitäten und Ideen für neue Produkte", sieht Marketingchef Manfred Pesek weiteres Potenzial.
Features
Panaceo aus Kärnten
Zeolith wurde nach den Atomkatastrophen von Hiroshima und Fukushima eingesetzt, in Tschernobyl wurde es in Schokolade gemengt.
25 Mitarbeiter produzieren derzeit rund 300.000 Dosen.
Die Medizinprodukte gliedern sich in Gesundheit, Medizin, Sport und Nahrungsergänzung.
Umsatz circa 20 Millionen Euro.














