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Zuletzt aktualisiert: 01.10.2012 um 21:00 UhrKommentare

Viele Lücken bei der Privatpension

Bei der privaten Pensionsvorsorge setzen drei von vier Österreichern auf das Sparbuch. Die Lebensversicherung steckt in einer Vertrauenskrise. Von Hannes Gaisch.

Foto © APA

Mit Barcelona hätte die Raiffeisenversicherung (RV) den Ort für ihr jährliches Pensionssymposium aktueller nicht wählen können. Den von Schuldenkrise und Arbeitslosigkeit gebeutelten Spaniern stehen neue Einschnitte bei der staatlichen Altersversorgung bevor. Arbeiten bis 67, niedrigere Pensionen und einen erschwerter Zugang zur Frühpension sieht das Paket vor.

"Die tiefen Eingriffe sollten uns zu denken geben"

Den Bogen nach Österreich spannte Ulrich Schuh, Leiter des EcoAustria Wirtschaftsforschungsinstitutes: "Die tiefen Eingriffe sollten uns zu denken geben." Schuh und andere Experten hatten in der Vorwoche ein Pensions-Reformmodell mit einem real verzinsten Pensionskonto und einer "längeren Erwerbskarriere" vorgestellt, das von Sozialdemokraten und Gewerkschaftern aber kritisiert wurde. Fakt ist, dass die Finanzierung der staatlichen Pensionen auch in Österreich immer schwieriger wird, Parallelen zu Spanien sind unübersehbar. 2010 schoss der Bund erstmals mehr als acht Milliarden Euro zur Pensionsversicherung zu. Die Österreicher sind im Schnitt 23 Jahre in Pension und damit Vizeeuropameister.

Unsicherheit und Vorsorgelücke seien den Österreichern bewusst, betont Sophie Karmasin, allerdings ortet die Motivforscherin in einer Studie für die RV grobe Informationsdefizite zur privaten Vorsorge.

Sparbuch bevorzugt

Den mit Abstand größten Stellenwert bei der Pensionsvorsorge hat laut Karmasin das Sparbuch, das 73 Prozent der Befragten bevorzugen - obwohl mehr als jeder Zweite wegen der Eurokrise Angst um das Ersparte hat. 60 Prozent verwenden den Bausparvertrag für ihre Rente und erst an dritter Stelle (41 Prozent) kommt die Lebensversicherung. Fast jeder Zweite (48 Prozent) glaubt, das Sparbuch ist sicherer als die Lebensversicherung, die in einer Vertrauenskrise steckt. Karmasin: "Es ist viel Positionierungsarbeit nötig."

Österreich als europäisches Schlusslicht bei der Vorsorge habe viel aufzuholen, bekennt RV-Chef Klaus Pekarek, der einen neuen Markenauftritt präsentierte. Schlagwort: "Garantierte Pension". Das Zugpferd ist Hermann Maier.

HANNES GAISCH, BARCELONA

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