Hoffnung auf schnellen Abschluss
Unter neuen Vorzeichen starten am Mittwoch die Lohnverhandlungen für die 180.000 Metaller. Es wird erstmals getrennt verhandelt, beide Seiten stehen unter erheblichem Zeitdruck.

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Die Spannung ist groß. Am Mittwoch um 14.00 Uhr erfolgt der Auftakt für die Lohnverhandlungen der Metallindustrie, die heuer - wie berichtet - unter anderen Vorzeichen ablaufen. Die sechs Metallerverbände wollen, sehr zum Ärger der Gewerkschaft, jeweils ihren eigenen Kollektivvertrag verhandeln, die über Jahrzehnte bekannte große Lohnrunde für alle rund 180.000 Metaller ist damit Geschichte. Am Mittwoch wird man davon erst einmal nichts bemerken. Denn die Übergabe der Forderungen durch die Metallergewerkschaft in der Wirtschaftskammer Wien wird gemeinsam für alle sechs Verbände erfolgen. Die große Bühne bleibt zumindest vorerst erhalten.
Und die Gewerkschaft hat im Vorfeld der Lohnrunden auch klargemacht, dass man ein gemeinsames Forderungsprogramm für alle Verbände überreichen werde. Das Ziel, einen einheitlichen Kollektivvertrag für alle Metaller zu erreichen, habe man also noch längst nicht aufgegeben.
Es wird jedoch getrennt verhandelt. Welcher Verband den Anfang macht, wird am Mittwoch dargelegt. Als Favorit gilt der Fachverband Maschinen- und Metallindustrie (FMMI), der mit 120.000 Mitarbeitern der mit Abstand größte Verband ist. "Wir hoffen, dass wir bis Ende Oktober für alle Verbände zu einem Ergebnis kommen können", so FMMI-Obmann Christian Knill. So ist es auch nicht ausgeschlossen, dass es bereits am Mittwoch - direkt im Anschluss an die Forderungsübergabe - zu einer ersten Verhandlungsrunde kommt.
"Fragile Konjunktur"
Beide Seiten haben sich jedenfalls schon mit Statistiken und Studien aufmunitioniert. Für die Arbeitnehmerseite hat die Arbeiterkammer vorgerechnet, dass die Metallindustrie im Vorjahr 2,2 Milliarden Euro an Gewinnen eingefahren hat. Die Mitarbeiter müssten davon einen gerechten Anteil erhalten, nicht nur die Aktionäre, appelliert AK-Präsident Herbert Tumpel. Tatsächlich zeigte zuletzt eine vom FMMI in Auftrag gegebene Studie, dass sich die Metallindustrie heuer trotz der konjunkturellen Eintrübung bisher sehr gut behaupten kann. Aber, so wird betont, man stelle sich auf eine wirtschaftliche Stagnation ein. "Die Wachstumskurve verflacht sich zusehends, wir sehen einen sehr fragilen Konjunkturverlauf", betont etwa Industrie-Präsident Jochen Pildner-Steinburg. Er hoffe daher in Hinblick auf die Verhandlungen auf "die Besonnenheit der Akteure".
Beide Seiten stehen unter Zeitdruck. Je mehr sich das Wachstum verlangsamt, desto schwieriger könnte es für die Gewerkschaft werden, einen hohen Abschluss zu erzielen. Umgekehrt ist für die Industrie Planbarkeit ein entscheidender Faktor bei Großaufträgen - und hier spielen die Personalkosten eine zentrale Rolle.
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Bild vergrößernDie Gewerkschafter Rainer Wimmer und Karl Proyer übergeben am Mittwoch die ForderungenFoto © APA















