Für Neckermann besteht kaum noch Hoffnung auf Rettung
In Deutschland sieht es nicht gut aus für den Versandhändler Neckermann. Wird bis Anfang Oktober kein Investor gefunden, wird das Insolvenzverfahren eröffnet. Mögliche Investoren bekritteln Geldverschwendung des Managements.

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Rettung des Frankfurter Versandhändlers. Die Suche nach finanzkräftigen Investoren habe in den vergangenen acht Wochen gezeigt, "dass für viele (...) die Herausforderungen bei einer Übernahme von Neckermann zu komplex erscheinen", erklärte Michael Frege am Mittwoch nach einer Mitarbeiterversammlung. Er gibt sich noch bis Ende des Monats Zeit, um einen Investor zu finden. Am 1. Oktober will das Amtsgericht Frankfurt das Insolvenzverfahren eröffnen. "Doch die Lage für das Unternehmen wird immer aussichtsloser", sagte Freges Kollege Joachim Kühne.
Die Insolvenzverwalter aus der Anwaltskanzlei CMS Hasche Sigle werfen dem Management unter dem bisherigen Eigentümer, dem Finanzinvestor Sun Capital, indirekt Geldverschwendung vor. "Die Investoren monieren vor allem, dass ihrer Ansicht nach über einen langen Zeitraum hinweg nicht kostenbewusst gewirtschaftet worden sei. Überall seien sie bei ihrer Prüfung auf die sichtbar schlimmen Folgen für die Wirtschaftlichkeit des Betriebs gestoßen", sagte Frege.
50 Interessenten
Es seien mehr als 200 Interessenten angesprochen worden, etwa 50 potenzielle Investoren hätten Neckermann auf Herz und Nieren geprüft. Neckermann-Chef Henning Koopmann hatte zuletzt erklärt, ohne einen Investor sei bei dem Versandhändler im Herbst Schluss. "Aus eigener Kraft können wir es nicht schaffen", sagte er, auch wenn das Geschäft durch die Maßnahmen der vorläufigen Insolvenzverwalter stabilisiert worden sei. Der traditionsreiche Versandhändler hatte Mitte Juli Insolvenz angemeldet, nachdem Sun Capital den Geldhahn für die Sanierung abgedreht hatte. Er hatte tiefgreifende Einschnitte gefordert, die mehr als der Hälfte der Belegschaft den Arbeitsplatz gekostet hätten. Ein Sanierungskonzept der Geschäftsleitung lehnte Sun als zu teuer ab.
Nicht von der Insolvenz betroffen ist der Touristik-Anbieter Neckermann Reisen, der seit längerem zu Thomas Cook gehört.














