Jetzt geht's um den Wurstpreis
Fleischpreis steigt um rund 25 Prozent, Wurstwaren folgen. Fleischproduzenten stöhnen unter hohen Futter- und Energiepreisen, die Schwein, Huhn und Rind verteuern.

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Nach dem Brot kommt die Auflage: Fleisch, Schinken, Speck oder Krainerwurst werden teurer. Nachdem die Bäcker einen höheren Brotpreis angekündigt haben, ziehen die Fleischer nach. Infolge höherer Kosten durch Rohstoffknappheit werden sie die Preise anheben müssen. Am Mittwoch folgte der Verband der Fleischwarenindustrie. "Wir zahlen Preise, die nicht vorhersehbar waren", erklärt Obmann Helmut Schmerker. Auch Personal- und Betriebskosten seien gestiegen und liegen wie die Rohstoffe "im roten Bereich".
Der Basispreis für Schweinefleisch stieg seit Jahresbeginn um 22 Prozent beim Schwein und um elf Prozent beim Rind. Schuld seien exorbitant gestiegene Futterkosten wegen Ernteausfällen in den USA und Europa. Getreidespekulanten tun ein Übriges, an den Rohstoffbörsen stieg der Getreidepreis um das Doppelte.
Der berühmte Schweinezyklus schlägt voll durch. "Es gibt im Moment einfach zu wenig Schweine am Markt", gibt der Innungsmeister der Kärntner Fleischer, Raimund Plautz, zu bedenken. "Wir hatten eine Lohnerhöhung von fast drei Prozent im Juli zu verkraften, der Diesel liegt auf Rekordhöhe, ebenso der Futtermittelpreis. Wenn wir nicht erhöhen, arbeiten wir umsonst", so Plautz. Schon jetzt ist eine Preiserhöhung bei Frischfleisch von 20 bis 25 Prozent zu bemerkten. Wurstwaren werden in wenigen Wochen um rund zehn Prozent nachziehen. Doch nicht nur das Schwein, auch Rinder und Hühner müssen mit teuren Futtermitteln versorgt werden und werden dementsprechend teurer. Plautz setzt nach: "Wenn wir ehrlich sind, war Schweinefleisch in der Vergangenheit zu billig."
Der Villacher Wurstwarenhersteller Karl Ilgenfritz rechnet damit, dass die Teuerung bei Wurstwaren in spätestens einem Monat bei den Konsumenten ankommen wird. "Wir wissen selbst nicht, wie hoch der Preis noch steigen wird. Wahrscheinlich wird es nach Weihnachten noch eine zweite Teuerungswelle geben." Für Ilgenfritz sind die Rohstoffe um acht bis zehn Prozent teurer geworden. "Das lässt sich nicht mehr abfedern." Ob sich das im gleichen Ausmaß an der Wursttheke niederschlagen wird, ist noch ungewiss. Der Konsum von Schweinefleisch werde trotzdem nicht zurückgehen, sind sich die Händler sicher. "Bei allen anderen Lebensmitteln ist der Preis ja auch schon gestiegen."














