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Zuletzt aktualisiert: 29.08.2012 um 20:25 UhrKommentare

Jetzt geht's um die Wurst

Um rund zehn Prozent werden heimische Wurstwaren in den kommenden Wochen teurer werden. Produzenten und Verarbeiter verweisen auf die stark gestiegenen Rohstoffkosten dürch die Dürre - Besserung ist keine in Sicht.

Foto © Fotolia

Ob Schinken, Speck oder Krainerwurst: Schon bald wird der Genuss dieser Nahrungsmittel die Konsumenten teurer kommen. Mitte August hatten die Fleischer angekündigt, dass sie durch höhere Kosten infolge der Rohstoffknappheit die Preise anheben müssen. Gestern zog der Verband der Fleischwarenindustrie nach. "Wir zahlen Preise, die nicht vorhersehbar waren", erklärt Obmann Helmut Schmerker. Auch Personal- und Betriebskosten seien gestiegen und liegen wie die Rohstoffe "im roten Bereich. Für einzelne Hersteller geht es bereits um die Existenz."

Der Basispreis für Schweinefleisch stieg seit Jahresbeginn um 26 Prozent. Schuld daran sind unter anderem höhere Futterkosten wegen der Dürre in den USA und Ernteausfällen in Europa. Auch Logistik und Energie seien Teil der Kostenlawine, so Schenker.

Der steirische Wurstwarenhersteller Messner in Stainz rechnet damit, dass die Teuerung "in etwa 14 Tagen bei den Konsumenten ankommen wird", erklärt Sprecherin Doris Stiksl. Für Messner sind die Rohstoffe um acht bis zehn Prozent teurer geworden. "Das lässt sich nicht mehr abfedern." Ob sich das im gleichen Ausmaß an der Wursttheke niederschlagen wird, ist noch ungewiss. Die Verhandlungen mit dem Handel - Messner liefert an Rewe (Billa, Merkur, Penny, Adeg) - gestalten sich schwierig. Stiksl zur Lage: "Im Moment ist zu wenig österreichisches Schweinefleisch auf dem Markt. Das liegt daran, dass Bauern weniger Ferkel in die Mast stellen, weil Mais den Bauern mehr einbringt, wenn sie ihn als Rohstoff verkaufen, anstatt ihn zu verfüttern."

"Dramatische Situation"

Bereits in der Vorwoche hat Thomas Schmiedbauer, Geschäftsführer von Wiesbauer, Verhandlungen mit dem Handel aufgenommen. Schmiedbauer erachtet Preiserhöhungen zwischen acht und zehn Prozent als notwendig. "Der Basispreis für Schweinefleisch ist allein seit Ende Juni von 1,58 auf 1,87 Euro je Kilo gestiegen", so Schmiedbauer, der von einer "dramatischen Situation in den letzten vier, fünf Wochen" spricht. Diese höheren Preise müssen Verarbeiter wie Wiesbauer ihren Vorlieferanten schon jetzt zahlen, "darauf müssen wir jetzt einfach reagieren". Wiesbauer zählt zu den größten Wurstverarbeitern Österreichs und ist u. a. Spezialist für Dauerwurst, Schinken und Brühwurst.

HANNES GAISCH, MANFRED NEUPER

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