Wenn in der Tankstelle Lotto gespielt wird
Die Österreichischen Lotterien wollen stark ausbauen. Ab 2013 soll es unter anderem auch in Tankstellen mehr als 2000 neue Lotto-Annahmestellen geben - zum Leidwesen der Trafikanten.

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WIEN. Lotto-Fünffach-Jackpot. Ein Solosechser mit beinahe 9,5 Millionen Euro an Gewinn. Die letzte Woche machte wieder einmal sehnsüchtig - und die Österreicher zu Rekordglücksspielern.
Weil aber vor allem die Österreichischen Lotterien vom Glücksspiel nicht genug bekommen können, wollen sie mit Anfang 2013 ihr Vertriebsnetz für Lottoscheine und Co. stark ausbauen. Konkret sollen 2237 Vertriebsstellen, die bisher nur Brief- und Rubbellose verkauft haben, zu Lotto-Annahmestellen werden. Begründet wird das von den Österreichischen Lotterien mit dem Wunsch der Kunden nach einem Ausbau der Annahmestellen. Zudem soll die Sicherheit in der Spielabwicklung erhöht werden.
Profitieren werden von der Erweiterung vor allem Tankstellen, Lebensmittelgeschäfte und Postämter. Die Leidtragenden werden wohl die Trafikanten sein. Diese laufen gegen die Pläne Sturm und befürchten Umsatzeinbußen von bis zu 30 Prozent.
Alois Kögl rechnet sogar mit noch stärkeren Verlusten. Der Betreiber einer kleinen Trafik im südsteirischen Mureck macht 65 Prozent seines Gesamtumsatzes mit Produkten der Lotterien: "Weil durch die Grenzöffnung und geänderte Einfuhrbeschränkungen auch der Umsatz mit Tabakwaren in den letzten Jahren stark gesunken ist." Gegenüber Tankstellen und auch Supermärkten würden die kleinstrukturierten Trafiken einen klaren Wettbewerbsnachteil haben - in erster Linie durch die Bindung an das Ladenschlussgesetz.














