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    Zuletzt aktualisiert: 21.08.2012 um 22:00 UhrKommentare

    Magna-Steyr fordert Rabatt bei Lohnrunde

    Die von den Arbeit-gebern geplante Spaltung der Metaller-Lohnrunde sorgt hinter den Kulissen für Turbulenzen. Magna-Steyr will offenbar den Lohnabschluss nicht mittragen.

    Arbeitgeber-Verhandler Knill: "Branchen zu verschieden für generelle Lohnrunde"

    Foto © KANIZAJ Arbeitgeber-Verhandler Knill: "Branchen zu verschieden für generelle Lohnrunde"

    Theaterdonner, Bluff und viel Nervosität - so könnte man die Lage im Vorfeld der herbstlichen Metaller-Lohnrunde beschreiben. Seit nämlich vor wenigen Tagen ruchbar wurde, dass die Arbeitgeber diesmal nicht für die gesamte Metallbranche verhandeln wollen, gärt es gewaltig in der Sozialpartnerschaft.

    Jüngster Eklat: In der Produktionsgewerkschaft (Pro-Ge) kursiert ein Brief, in dem die Autoschmiede Magna-Steyr eine Sonderbehandlung beim Lohnabschluss verlangt. Kolportierter Inhalt: Die Autoindustrie wolle diesmal "differenziert behandelt" werden. Konkret fordert Magna offenbar eine Art Freibetrag beim Lohnabschluss: Die ersten drei Prozent Lohnerhöhung sollten für die Autoschmiede nicht gelten, nur allenfalls darüber liegende Prozentanteile wolle man gewähren. Sonst, so die Drohung, müsse man eine Absiedlung überlegen.

    Der Vorstand schweigt

    Magna-Vorstand Günther Apfalter gibt sich auf Anfrage zugeknöpft: "In zwei Wochen haben wir Fachverbandssitzung, bis dahin kann und will ich das nicht kommentieren", sagt er zur Kleinen Zeitung. In der Gewerkschaft sieht man dies freilich als weiteren Beleg für die Aufspaltungstendenzen beim Lohnabschluss. "Die Arbeitgeber wollen die Kollektivvertragsgemeinschaft zerschlagen", sagt der Landessekretär der Pro-Ge, Josef Pesserl. Das sei ein "Anschlag auf die Sozialpartnerschaft".

    Sechs Extra-Lohnrunden

    Hintergrund ist der Wunsch der Arbeitgeber, die Herbstlohnrunde diesmal nicht für alle 180.000 Beschäftigten in Metallindustrie und Bergbau gemeinsam zu verhandeln, sondern in Teilbereiche aufzugliedern. Demnach würde jeweils extra für sechs Fachverbände verhandelt, nämlich für Maschinenbau/Metallwaren, Bergbau/Stahl, Fahrzeugindustrie, Nichteisenmetallindustrie, Gießerei sowie für die Energieversorger.

    Größte Gruppe wäre der Fachverband Maschinenbau/Metall, der mit 120.000 Beschäftigten und 1200 Betrieben größer ist als alle anderen Teilgruppen zusammen. Fachverbands-Bundesobmann Christian Knill spielt die Aufregung herunter: "Aus unserer Sicht ist das eine ganz normale Organisationsänderung." Schon bisher nämlich hätten die sechs Fachverbände jeweils extra unterschrieben, man habe nur "freiwillig" die Lohnrunde für alle Verbände zusammengelegt.

    Dass man dies künftig nicht mehr tun wolle, liege daran, dass die Branchen zu unterschiedliche Rahmenbedingungen hätten. Knill: "Wenn die Voest ein hervorragendes Geschäftsjahr hat, muss das nicht für die vielen kleinen Familienbetriebe gelten."

    Auch die Arbeitgeber wissen freilich, dass die Gewerkschaft den Vorstoß als gezielte Provokation werten muss. Denn die Metaller-Lohnrunde ist keine normale Vertragsverhandlung, sondern gewissermaßen der Eckpfeiler der heimischen Sozialpartner-Folklore. Was dort verhandelt wird, hat Signalwirkung für alle Branchen.

    Pesserl fordert deshalb die Arbeitgeber auf, auch in Zukunft gemeinsam zu verhandeln. Mit Streikdrohungen hält man sich vorerst zurück. Pesserl: "Uns liegt überhaupt nichts daran, einen Arbeitskampf zu führen. Alles, was wir als Gesellschaft erreicht haben, basiert auf der guten Basis der Sozialpartnerschaft." Andere Mittel werde man nur ausschöpfen, "wenn wir dazu gezwungen werden".

    Die Fronten sind jedoch verhärtet, die Arbeitgeberseite tut die alte Metaller-Runde als "Ritual" und "Elefantenrunde" ab. Der Maschinenbau-Verband hat die Gewerkschaft für den 10. September zur Einzelverhandlung eingeladen und will davon nicht abrücken. Knill: "Ich hoffe, dass sie kommen werden. Alles andere wäre kein gutes Zeichen."

    ERNST SITTINGER

    Metaller-Abschluss

    Grafik © KLZ

    Grafik vergrößernGrafik © KLZ

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