Mann mit vielen Eigenschaften
Die Auswahl für den neuen Chef der ÖIAG beschränkt sich auf wenige Kandidaten. Der Steirer Herbert Paierl gilt als Favorit.

Foto © Gernot EderHerbert Paierl
Keiner will sich exponieren. Aber wenn am 7. September der Vorhang in der ÖIAG, der Holding der Staatsbeteiligungen an Firmen, in die Höhe gezogen wird, steht der neue Chef im vollen Scheinwerferlicht. Wie wird es mit der ÖIAG weitergehen?
Der von der Spitze der ÖIAG abgetretene Markus Beyrer - er wurde Generaldirektor des EU-Arbeitgeberdachverbands Businesseurope - gab eine Antwort: "Ich brauche kein Konzept, wenn ich binnen Stunden gesagt bekomme, das ist nicht das richtige." Der neue ÖIAG-Chef braucht ein starkes Rückgrat.
Derzeit verwaltet die ÖIAG die Staatsanteile an Telekom Austria, OMV, Post, GKB-Bergbau und der Kapitalmarktgesellschaft Fimbag. Finanzministerin Maria Fekter will eine Ausweitung auf ÖBB, Asfinag und Verbund, sie wird vom stellvertretenden ÖIAG-Aufsichtsratsvorsitzenden Siegfried Wolf unterstützt. Dass die Privatisierungen trotz Korruptionsskandalen ein Erfolg waren, unterstreicht Aufsichtsratschef Peter Mitterbauer. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner bejaht Privatisierungserfolge, aber auch Verbesserungen.
Die größten Chancen auf den ÖIAG-Chefposten werden dem Steirer Herbert Paierl eingeräumt, der "keinen Kommentar" abgibt und sein "Auster-Dasein" pflegt. ÖVP-Chef Michael Spindelegger und Fekter präferieren ihn. Genannt wird auch der frühere AUA-Vorstand Peter Malanik. Der bekannte Anleger-Anwalt Wilhelm Rasinger bewarb sich auch, wie er erklärt.
Paierl brächte beste Voraussetzungen mit. Nach dem Studium an der TU Wien leitete er später das Büro von Ex-Landeshauptmann Josef Krainer, saß auf dem Sessel des Steweag-Chefs, war Wirtschaftslandesrat, Vorstand der börsennotierten UIAG und zuletzt im Management von Magna Cosma. Den Sprung auf das glatte Wiener Parkett ließ Paierl aus, der damalige Vizekanzler Josef Pröll hatte ihm den Posten des Wirtschaftsministers angeboten. Möglich, dass Paierl diesen Sprung bald nachholt. Würde er ÖIAG-Chef, kann man die Bestellung als Signal für die Ausweitung der ÖIAG werten.














